Blackout schiebt spanischen Energiemarkt an
Spanien wird zum Stromspeicher und -lieferanten für Europa. Das bringt große Chancen für deutsche Unternehmen mit sich. Profitieren können Unternehmen, die Photovoltaik- und Speicherlösungen anbieten, aber auch Unternehmen, die in Spanien produzieren.
Blackout schiebt spanischen Energiemarkt an
Auslöser ist ausgerechnet der große Blackout vom 28. April 2025. Der hat zu einem Boom bei der Investition in Speicherkapazitäten geführt. Seit Oktober wurden die um fast 4.000 MW ausgebaut. Spanien und Deutschland sind in der PV-Branche führend in Europa. Allein in Spanien (3.000 Sonnenstunden pro Jahr) wurden im vorigen Jahr PV-Anlagen mit einer Leistung von 7.221 MW neu installiert. Die kumulierte Gesamtleistung liegt jetzt bei 40.294 MW. Damit liegt das Land unter den Top 10 der globalen Photovoltaik-Märkte, so die spanische Solar-Lobby UNEF.
Die PV- und Speicherbranche bietet deutschen Unternehmen noch große Chancen. Unternehmen, die auf eigene PV-Anlagen setzen, können in Spanien deutlich preiswerter produzieren als an vielen anderen Standorten. Mitte 2025 lag der Strompreis bei 37 Euro/MWh (Deutschland 57 Euro/MWh). Überschüssigen Solarstrom gibt es teilweise fast zum Nulltarif. Auch Lieferanten von PV-Modulen oder Speichern dürften noch längere Zeit auf einem Wachstumsmarkt tätig sein.
Wasserstoffprojekte mit Perspektive
Interessant ist das deutsch-spanische Wasserstoffprojekt H2Med-Korridors. Die spanische Regierung plant, bis 2030 eine Elektrolysekapazität von 12 GW zu erreichen, gefördert durch EU-Programme. ThyssenKrupp ist als strategischer Partner bei der Umsetzung tätig. Siemens Energy ist in den Bereichen Digitalisierung und Automatisierung von Wasserstoffanlagen präsent. Auch MAN Energy Solutions und die Tochter Quest One bringen deutsche Expertise in das H2-Geschäft in Spanien mit ein. Hier können sich Mittelständler eventuell dranhängen.