Bleibt der Dollar der wichtigste sichere Hafen?
Israel hat den Iran angegriffen, was zu globalen Unsicherheiten führt. Die Finanzmärkte reagieren mit fallenden Aktienkursen und steigenden Öl- und Goldpreisen. Der Dollar zeigt wenig Bewegung, und es bleibt abzuwarten, ob er weiterhin als sicherer Hafen dominiert.
Israel hat den Iran angegriffen - und damit auch die globalen Finanzmärkte in neue geopolitische Unsicherheiten gestürzt. Mit hunderten Kampfjets soll Israel etliche Ziele im Iran angegriffen haben. Dabei sollen auch die Atomanlagen des Iran im Fadenkreuz der Angreifer gestanden haben. Der Iran hat eine angemessene Vergeltung angekündigt. Dem Vernehmen nach sollen bereits hunderte Drohnen auf Israel abgefeuert worden sein.
Bleibt der Dollar der wichtigste sichere Hafen?
Die Eskalation in Nahost hat das Potenzial, die Finanzmärkte erheblich zu destabilisieren. Die ersten Reaktionen sind typisch. Die Aktienkurse geben nach, der Ölpreis setzt seine bereits begonnen Klettertour fort. Der Goldpreis schnellt in die Höhe, dürfte bald neue Rekordstände erreichen. Die Kryptowährungen stehen dagegen unter Druck.
Der Dollar hat ebenfalls reagiert, allerdings nur mit wenig Dynamik. Hier bleibt abzuwarten, ob es angesichts der kriegerischen Eskalation in Nahost zum üblichen Muster einer Flucht in Sicherheit (rein in den Dollar) kommt. Das wird auch Aufschluss darüber geben, ob der Greenback weiterhin unangefochten als weltweit dominante Währung wahrgenommen wird. Wir vermuten, dass die Reaktion nicht so stark ausfallen wird. Unsere Prognose: Bei der Suche nach Sicherheit werden künftig unterschiedlichere Häfen angelaufen.
Fazit: Zum globalen Handelsstreit und dem Ukraine-Krieg kommt nun noch ein heißer Nahost-Konflikt hinzu (FK vom 12.6.). Ein Flächenbrand in der Region ist nicht auszuschließen. Das wird entscheidend von der Reaktion des Iran und der USA abhängen. Die Finanzmärkte dürften zunächst in den Risk-off-Modus schalten. Rohstoffe bekommen Rückenwind, auch Rohstoff-Währungen dürften profitieren.