BoE bereitet frühere Zinssenkung vor – Pfund unter Beobachtung
Die Bank of England hat ihre Zinsen früher als vielfach erwartet auf jetzt 4,0% gesenkt. Die Daten am aktuellen Rand deuten darauf hin, dass das Risiko einer hartnäckig hohen Inflation nachlässt. Unternehmen verlieren ihre Preissetzungsmacht, und das Lohnwachstum kühlt spürbar ab.
Ausschlaggebend ist eine veränderte Marktdynamik. Der Gewinnanteil des Privatsektors liegt auf dem niedrigsten Stand seit den frühen 1980er-Jahren. Gleichzeitig zeigt der PMI-Index einen Rückgang der Verkaufspreise. Auch der Arbeitsmarkt entspannt sich: Es gibt mehr Bewerber, weniger Stellen und geringere Lohnabschlüsse.
Inflation bleibt 2025 über Zielwert
Trotz dieser Entspannung wird die Verbraucherpreisinflation laut Prognose für den Rest des Jahres zwischen 3,5 und 4 Prozent verharren. Treiber sind steigende Arbeitskosten infolge höherer Mindestlöhne und gestiegener Sozialabgaben für Arbeitgeber. Im Mai lagen die Lohnkosten etwa sieben Prozent über dem Vorjahr – weit über dem Inflationsziel der BoE.
Für Anleger ist entscheidend: Der Inflationsdruck schwächt sich 2026 voraussichtlich weiter ab. In diesem Szenario rechnet Berenberg mit zwei weiteren Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkte im ersten Halbjahr 2026 – auf ein Terminal Rate von 3,50 Prozent. Ein „Skip“ im November gilt jedoch als wahrscheinlich, falls die September-Inflation bei den erwarteten 3,9 Prozent liegt.
Fazit: Frühere Zinssenkungen könnten das Pfund Sterling belasten, mittelfristig aber die Konjunktur stützen. Anleger sollten auf Währungsabsicherungen achten und britische Staats- und Unternehmensanleihen in Erwägung ziehen, um vom absehbaren Zinsrückgang zu profitieren.
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