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Commerzbank: Übernahmekampf geht in die nächste Runde

Bundesregierung: CoBa ist systemrelevant

© 2004-2022 Commerzbank AG
Der Übernahme-Poker um die Commerzbank entfacht politische Debatten. Unicredit bietet 30,80 Euro pro Aktie, doch die deutsche Regierung bastelt an einer Abwehrstrategie. Sie erwägt, die Bank als systemrelevant einzustufen - mit vielen guten Argumenten.
Der neu aufgeflammte Übernahmepoker um die Commerzbank ist mehr als ein Banken-Deal: Er zeigt, dass die Finanzierung des deutschen Mittelstands zur politischen Standortfrage geworden ist. Darum wird in der großen Koalition gerade eine Gegenstrategie ausgebrütet.

Die jüngste Übernahmeofferte kam für viele Beteiligte unerwartet. Sie überraschte die Führungsspitze der Commerzbank um CEO Bettina Orlopp, aber auch die Bundesregierung um Finanzminister Lars Klingbeil. Unicredit-Chef Andrea Orcel hat den Commerzbank-Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreitet. Die Italiener bieten 30,80 Euro je Aktie für Deutschlands zweitgrößte Bank. 

Ist die Commerzbank systemrelevant?

Die Große Koalition überlegt jetzt, wie die Mailänder ausgebremst werden können. Dafür zieht die Regierung in Erwägung, die Commerzbank erneut als systemrelevant für das Land einzustufen. Die Einschätzung kommt hat Gründe:     
  • Die CoBa ist das führende deutsche Institut im Firmenkundengeschäft für den deutschen Mittelstand.
  • Die Frankfurter begleiten mit einem Anteil von rund 30% den deutschen Außenhandel. Dadurch ermöglicht sie deutschen Unternehmen, Geschäfte im Ausland zu tätigen. Sie ist in über 40 Ländern aktiv.
  • Die Commerzbank forciert gezielt profitables Kreditwachstum und internationale Geschäftsexpansion und unterstützt damit sowohl ihre Firmenkunden als auch die deutsche Wirtschaft nachhaltig. Mit ihrer langfristigen Strategie strebt sie eine Erhöhung ihres Kreditvolumens im Firmenkundengeschäft von 115 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf etwa 140 Milliarden Euro im Jahr 2028 an.

Bund ist noch Aktionär

Der Bund ist noch Aktionär. Zur Erinnerung: Berlin stufte die Commerzbank bereits in der Finanzkrise 2008/2009 als systemrelevant ein. Damals stieg der Bund mit 25% plus einer Aktie bei dem Institut ein und rettete es so vor einer Pleite. Die Beteiligung wurde in den vergangenen Jahren sukzessive abgebaut, zuletzt mit einem Paket an die Unicredit im September 2024. Damit stiegen die Italiener zum Großaktionär auf. Das war der Start des Übernahmekampfes.  

Die Koalition aus CDU und SPD will eine Übernahme aus Sorge um den Standort verhindern. Berlin will den Finanz- und Bankenstandort Deutschland im Wettbewerb mit Frankreich und Italien schützen. Aber vor allem soll die finanzielle Basis des deutschen Mittelstandes gesichert werden. Über Kredite für ein deutsches Unternehmens dürfe nach Auffassung des Finanzministerium nicht in Mailand entschieden werden, hören wir. 

Mittelstand fürchtet Übernahme

Das sieht die Mehrheit der Commerzbank-Firmenkunden auch so. Immerhin 82% der Mittelständler erwarten negative Auswirkungen auf die Kreditlinien, falls die CoBa geschluckt wird. Das zeigt eine Umfrage des Finance-Magazins. Die Mehrheit der Befragten rechnet dann mit deutlich schlechteren Konditionen, einer schlechteren Kommunikation und einem geringeren Gespür für den Mittelstand. Insgesamt lehnt daher eine deutliche Mehrheit der Commerzbank-Firmenkunden die Übernahme ab.   

Politik verweist auf Bedeutung für Standort und Mittelstand

Die Politik stützt diese Argumente. "Eine starke, wettbewerbsfähige Bankenlandschaft ist für Deutschland von zentraler Bedeutung, gerade für unseren Mittelstand." Das  sagte Steffen Bilger, der 1. Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion zu FUCHSBRIEFE. Die Unternehmen seien "auf verlässliche Finanzierungspartner angewiesen", so Bilger. Zudem meint er, dass sich die "Commerzbank solide entwickelt hat und eine wichtige Rolle für den deutschen Kapitalmarkt spielt."

SPD-Finanzexpertin Frauke Heiligenstadt untermauert das. Sie sagte zu FUCHS: „Ich erwarte von der Bundesregierung, die strategische Bedeutung der Commerzbank für den Wirtschaftsstandort Deutschland im Blick zu behalten und ihre Handlungsmöglichkeiten verantwortungsvoll zu nutzen."
Fazit: Der Übernahmekampf um die Commerzbank zeigt, dass die Finanzierung des deutschen Mittelstands zur politischen Machtfrage geworden ist. Durch eine Übernahme könnte der Standort D und der deutsche Mittelstand leiden. Darum will die Bundesregierung die Eigenständigkeit der Bank erhalten.
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