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BW-Bank: Beim Anlagevorschlag eher eckig als rund

Zwar überzeugt die BW Bank beim Beratungsgespräch und der Transparenz, jedoch zeigt sie Schwächen bei unseren anderen Wertungskriterien.
Das Runde muss ins Eckige, heißt es im Fußball. Die BW-Bank sollte unsere Auswertung zum Anlagevorschlag sportlich nehmen. Er ist jedenfalls noch nicht rund und gewiss kein Volltreffer.

Die BW-Bank hat im Beratungsgespräch eine gute Figur gemacht. Als Fazit hielt die Prüfinstanz fest:

„Die BW-Bank ist kein ausschließlich aufs Vermögensmanagement beschränktes Institut. Sie übernimmt für die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auch das Privat- und Unternehmenskundengeschäft mit allen Finanzdienstleistungen einer Retailbank. Dennoch treffen wir auf Berater, die ausgesprochen fit sind im Vermögensmanagement und die uns effizient und schnörkellos durch das Gespräch vor Ort führen. Bis auf ganz wenige Patzer erleben wir eine tadellose Beratung."

Bewertung von Vermögensstrategie und Portfolioqualität

Die BW-Bank sendet uns kein gesondertes Gesprächsprotokoll, dafür aber einen Entwurf eines Anlagekonzepts. Unsere Eckdaten finden wir kurz dokumentiert; darunter auch den Hinweis, dass wir Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt haben wollen.

Wir lesen, dass unsere maximale Verlusttoleranz 20% beträgt. Die Bank präsentiert darauf folgende Grundstruktur für unser Kapital: 38% Renten, 53% Aktien, 9% Liquidität.

Recht hohe Aktienquote bei der BW-Bank

Die maximale Aktienquote soll 60% betragen. Dies wirkt bei dem geäußerten tolerierten Maximalverlust von -20% auf das Startkapital hoch. Die Renditeerwartung wird in drei Bänder aufgeteilt und liegt im Schnitt für das Portfolio bei rund 3,9%. Die erwarteten Renditen bei Aktien liegen zwischen 5 bis 8%.

Es folgt eine Übersicht von diversen Kennzahlen zur Aktien- und Rentenseite, Branchen- und Länderallokationen, doch aufgrund der vielen Fachbegriffe dürften diese Zusammenstellungen den Laien eher überfordern. Hier wäre ein klarer Fokus auf den Kundenwunsch besser gewesen.

Erfüllt die BW-Bank das Nachhaltigkeitsbedürfnis des Kunden?

Die Übersicht der Aktien-Einzeltitel listet die jeweiligen Positionen mit deren Gewicht auf. In 28 Aktien sollen wir investieren. Wir können nicht erkennen, ob die vom Kunden geäußerten Nachhaltigkeitsbedürfnisse erfüllt werden. Als Beimischungen werden Aktien- und Renten-ETFs gewählt, welche den Titel „Sustainability" tragen. Nachhaltigkeit ist zwar drin, aber voll überzeugend ist dies nicht.

Die BW-Bank zeigt meherere Stressszenarien

Wir sehen eine Szenario-Analyse zu historischen Stressereignissen und künftigen Bewegungen an den Kapitalmärkten wie Zinserhöhungen. Anhand dieser wird kurz aufgeführt, wie die Auswirkungen auf das Gesamtportfolio waren. Eine recht gut gelungene Darstellung, und unser Maximalverlust von -20% wird zumindest hypothetisch nicht überschritten!

Doch es bleiben Zweifel, weil der Verlust z. B. im Kontext der Lehman-Pleite nur auf einen kurzen Zeitraum von einem Monat berechnet wird. Das kann in die Irre führen, und die hohe Aktienquote von max. 60% kann, so lehrt es die Vergangenheit, zu höheren Verlusten führen.
Die Kosten betragen 1,141% per anno, aufgeteilt in 1,071% Vermögensverwaltung plus Instrumentenkosten (Fondsgebühren) in Höhe von ca. 0,07% pro Jahr.

Fazit Vermögensstrategie und Portfolioqualität

Das Angebot der BW-Bank lässt Individualität nicht recht erkennen. Die Vermögensstruktur wirft mit Blick auf unsere Ziele Fragen auf. Ganzheitliche Nebenthemen fehlen ebenfalls, lediglich im Anhang wird der Wechselkurs GBP/EUR kurz analysiert. Das Thema Nachhaltigkeit geht in der Präsentation nahezu unter, obwohl wir in anderen Ausschreibungen hier viel mehr Kompetenz der Bank gesehen haben. In der Summe nicht überzeugend.

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WISSENSWERTES

Baden-Württembergische Bank
Kleiner Schlossplatz 11
70173 Stuttgart
https://www.bw-bank.de/de/home.html 


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GESAMTFAZIT

Während das Beratungsgespräch sowie die Transparenz bei der BW Bank voll überzeugen, hinkt sie bei der Ausarbeitung der Vermögensstrategie und der Portfolioqualität den Besten im Markt noch hinterher.

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