Chancen im spanischen Gesundheitsmarkt
Das spanische Gesundheitssystem ist hocheffizient und bietet deutschen Unternehmen wachsende Chancen. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit sind in Spanien mit die niedrigsten der Welt, sie wachsen aber sehr dynamisch. Die Ausgaben in Spanien liegen bei rund 2.745 Euro pro Person (3.685 Euro im EU-Durchschnitt). Die pro-Kopf-Ausgaben für Arzneimittel liegen mit 412 Euro noch unter dem EU-Schnitt, steigen aber ebenfalls stark an. Der Eigenanteil der Bürger ist seit 2012 um 25% auf 270 Euro gestiegen.
In den nächsten Jahren ist mit weiteren Steigerungen bei Leistungen und Medikamenten zu rechnen. Die werden vor allem politisch bedingt sein. Denn in wesentlicher Faktor der Kosteneffizienz liegt in den vergleichsweise niedrigen Löhnen des medizinischen Personals. Die spanische Regierung und Gewerkschaften haben deutlich gemacht, dass ein weiterer Personalabbau oder Lohnverzicht nicht infrage kommt.
Chancen im spanischen Gesundheitsmarkt
Daraus ergeben sich Chancen für Unternehmen. Denn immer mehr öffentliche Leistungen werden über private Anbieter abgerechnet. Ein Beispiel ist Quirónsalud, eine Tochter von Fresenius. Die ist mit 57 Kliniken Marktführer im privaten Sektor. Auch die DKV (Ergo/HDI) ist bereits prominent in Spanien vertreten.
Neue Chancen ergeben sich bie digitalen Gesundheitslösungen. Das spanische Gesundheitssystem ist zwar schon stark digitalisiert. Um den Kostenanstieg abzufedern, dürften in diesem Segment aber weiter erheblich investiert werden. Unternehmen aus den Bereichen E-Health, Telemedizin, elektronische Patientenakte dürften davon profitieren.