Chancen in der Rüstungsindustrie
Unternehmen, die in ihrer Branche nicht mehr wachsen, können in der Rüstungsindustrie eine interessante Alternative finden. Hintergrund: Die Ausgaben für Verteidigung werden über Jahre stark wachsen. Neben dem deutschen Verteidigungspaket (bis zu 500 Mrd. Euro) plant die EU, gut 150 Mrd. Euro für Verteidigung bereitzustellen. Außerdem unterliegen die Verteidigungsausgaben der Mitgliedsstaaten nicht mehr dem Stabilitäts- und Wachstumspakt. Für Rüstungsausgaben können sich die EU-Staaten also höher verschulden. Insgesamt rechnet die EU-Kommission damit, dass EU-Staaten die Verteidigungsausgaben bis 2030 um 800 Mrd. Euro zusätzlich zu den deutschen Mitteln erhöhen.
Chancen in der Rüstungsindustrie
Die Rüstungsindustrie dürfte daher über Jahre mit Aufträgen geflutet werden. Das dürfte für viele Firmen aus etlichen Branchen neue Geschäftsmöglichkeiten öffnen. Prädestiniert ist die Automobilbranche. „Autozulieferer passen besonders dort gut zu den Anforderungen der Rüstungsindustrie, wo es um die Produktion großer Stückzahlen geht“, meint Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer des Rüstungsindustrieverbands BDSV. Es gibt aber auch Chancen für Unternehmen aus anderen Branchen. Hersteller von Kunststoffteilen, Gießereien, Elektronik-Produzenten und Software-Entwickler können aus der Rüstungsindustrie neue Aufträge bekommen.
Die Rüstungsindustrie hat allerdings häufig strengere Anforderungen als andere Industrien. Viele militärische Produkte müssen präziser gefertigt sein als zivile. Das ist aber häufig mit einem konventionellem Maschinenpark machbar. Für einige kritische Zulieferteile müssen spezielle Normen eingehalten (Qualitätsmanagement in der Rüstung ISO 9001, Informationssicherheit in der Rüstung ISO 27001). In einigen Fällen sind die an die ISO-Normen angelehnten Aqap-Zertifizierungen der Nato für Planung, Entwicklung und Produktion von militärischen Ausrüstungen relevant. Manchmal benötigen Beschäftigte, die mit Rüstungs-Know-How umgehen, eine Sicherheitsüberprüfung. Dabei prüft das Bundeswirtschaftsministerium, ob die Person ein Sicherheitsrisiko sein könnte. Der betreffende Mitarbeiter muss der Prüfung vorher zustimmen.
Fazit: Auf die Rüstungsbranche kommt eine große Auftragswelle zu. Daraus folgen für Unternehmen in einigen Branche neue Chancen.
Hinweis: Viele Rüstungsunternehmen haben eine Einkaufswebseite, auf der sich Zulieferbetriebe registrieren müssen, sich dann um Aufträge bewerben können.