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Druckerei-Branche vor massiver Auslese

Chancen in wenigen hochspezialisierten Anwendungsfeldern

Das Corona-Virus hat die Druckerei-Branche in Deutschland heftig infiziert. Copyright: Pixabay
Das Corona-Virus hat die Druckerei-Branche in Deutschland heftig infiziert. Viele Unternehmen der sehr klein-mittelständisch geprägten Branche werden in den nächsten Jahren schließen.
Die Corona-Krise wird ein Druckerei-Sterben auslösen. Ein großer Teil der vielen kleinen Druckereien wird die Krise – und insbesondere die Folgemonate – nicht überleben. Das zeigen FUCHS-Umfragen in der Branche. Denn viele der meist kleinen Betriebe haben seit Wochen keine Aufträge.

Das Druckvolumen in Deutschland hat sich während der Corona-Krise massiv reduziert. Dabei war die Branche sogar stark ins Jahr gestartet. Der Umsatz lag in den ersten beiden Monaten bei vielen Unternehmen zwischen 5% und 15% höher als im Vorjahr. Dann kam der Lockdown und die Geschäfte gingen in vielen Unternehmen um 90% zurück.

Viele Aufträge bleiben weg

Viele eingeplante "Standard"-Aufträge werden auch in den kommenden Monaten nicht kommen. Davon gehen die Druckereien selber aus. Die Auflagen etlicher Zeitungen – insbesondere Regionalzeitungen und Zeitschriften – gehen seit Jahren kontinuierlich zurück. Besonders schwer wiegt aber, dass viele Betriebe an Print-Werbung (z. B. Flyer in den kostenlosen Wochenzeitungen) sparen. Einen tiefen Einschnitt müssen die Druckereien auch im Messegeschäft verkraften. Keine Messen, keine Werbematerialien, keine Einladungen – von solchen Aufträgen haben viele kleine Druckereien gelebt. Hinzu kommt die Digitalisierung des Buchhandels, die auch immer weniger Druckaufträge zur Folge hat.

Hoher Innovationsdruck und schnelle Spezialisierung

Außerdem: Viele Druckereien können den schnellen Innovationszyklen und den damit verbundenen Investitionskosten (Risiken) nur noch schwer folgen. Genau das müssten sie aber, wenn sie überleben wollen.

Chancen gibt es für Häuser, die sich in neuen Druckformen spezialisieren und Dienstleistungen anbieten. Dazu kann z. B. der Druck von Elektronik gehören. Auch der Druck von RFID-Chips, gedruckte Batterien und Solarzellen, die professionelle Herstellung von EBooks oder auch der Druck von selbstleuchtenden Elementen mit Hilfe von OLEDs bringen Chancen. Wachstumsfelder sind auch der Druck von Verpackungen (die immer aufwändiger werden und IT-Services und Druck von Sicherheitstechniken (z. B. Kopierschutz usw.).

Leises Druckereisterben

Das anstehende Druckereisterben wird Folgen für den Arbeitsmarkt haben. In 82% aller deutschen Druckunternehmen arbeiten weniger als 20 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Insgesamt werden in den knapp 8.000 Betrieben etwa 132.000 Menschen beschäftigt. Gut 5.700 dieser Unternehmen beschäftigen sich vor allem mit dem Druck von "sonstigen Medienerzeugnissen" wie den in der Corona-Krise vollständig weggebrochenen Geschäften. Es wird also – anders als etwa bei der Lufthansa – ein "leises Sterben" werden.

Fazit: Die Branche wird kräftig ausgedünnt. Eine dauerhafte Perspektive hat nur, wer investiert und eine Nische in einem der neuen Wachstumsfelder findet.

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