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Mit CO2-Indexzertifikaten das Portfolio diversifizieren

Chancenreiches Rohstoffinvestment

Mit dem Emissionsrechtehandel hat die EU ein Instrument geschaffen, um marktwirtschaftlich die Kohlenstoffdioxid-Emissionen zu senken. Anleger können über kleinere Umwege am Handel mitverdienen. Doch dabei gilt es ein paar Dinge zu beachten.

Auch Privatanleger können von steigenden CO2-Preisen profitieren. Anders als Unternehmen können Privatleute zwar nicht die Europäische Energiebörse (EEX) handeln. Allerdings gibt es mittlerweile Indexzertifikate (z.B. ISIN: DE 000 SB3 T9W 5), in die auch Privatanleger investieren können. Zudem können Anleger über Interactive Brokers CO2-Future-Kontrakte (ISIN: XD 002 088 104 7) direkt kaufen und verkaufen. Als Anlageklasse werden diese Produkte den Rohstoffen zugerechnet.

Marktwirtschaftliches Instrument, um Emissionen zu verringern

Die Grundidee des CO2-Emissionshandels ist einfach. Über ein marktwirtschaftliches Instrument sollen Kohlenstoffdioxid-Emissionen gesenkt werden. Die EU stellt Unternehmen eine begrenzte Anzahl an CO2-Emissionsrechten zur Verfügung. Wer mehr emittiert, muss sich weitere Kapazitäten in Form der CO2-Zertifikate kaufen. Allerdings werden diese Zertifikate von der EU stetig reduziert.

Solange die Nachfrage nach CO2-Zertifikaten hoch bleibt, steigen die Preise. Sinkt die Nachfrage schneller als das Angebot, werden auch die Preise sinken. Anleger die auf steigende CO2-Preise setzen, spekulieren also darauf, dass sich der Markt nur langsam dekarbonisiert und demzufolge noch lange Zeit Zertifikate kaufen muss.

CO2-Preisexplosion ab 2018

Der Preis für eine Tonne Kohlenstoffdioxid liegt aktuell bei 54,51 Euro. Damit hat er sich in den letzten drei Jahren mehr als vervierfacht. Zuvor mussten Anleger einiges an Geduld aufbringen: Nach der Einführung ging es für den CO2-Preis zunächst auf Talfahrt – erst im Mai 2018 wurde das Auflage-Niveau wieder erreicht.

Für weiter steigende Preise spricht vor allem der von der Politik forcierte Wunsch nach Klimaneutralität. Berenberg prognostizierte einen Anstieg auf 110 Euro je Tonne bis Herbst 2021. Hintergrund sei die wieder anziehende Konjunktur und der damit verbundene Aufbau von Produktionskapazitäten. 

Politische Preise können schnell abrutschen

Neben diesem sehr klaren Szenario gibt es allerdings einige Risiken. Der technologische Fortschritt kann sich rasant beschleunigen. Dadurch müssen Firmen womöglich auf den Emissionshandel nicht mehr zurückgreifen. So wäre es denkbar, dass die EU zur Entlastung der Wirtschaft den Anteil der Zertifikate irgendwann anhebt und nicht weiter reduziert – das ist allerdings vorerst nicht ersichtlich.

Neben politischen Eingriffen droht auch eine Preisverzerrung durch den Einstieg institutioneller Anleger in den Markt. Gerade im Hinblick auf nachhaltige Portfolios drängen sich CO2-Indexzertifikate förmlich auf – das birgt die Gefahr einer Blasenbildung.

Investment als Inflationsabsicherung

CO2-Investments haben allerdings einen weiteren Vorteil: Sie sind eine Inflationsabsicherung. Wenn der CO2-Preis steigt, schlägt sich das direkt auf produzierte Güter nieder. CO2-Zertifikate können diese Auswirkungen auf das Portemonnaie des Privatanlegers abmildern.

Fazit: CO2-Preise sind ein spannendes – aber nicht risikoarmes – Rohstoff-Investment, das sich gut zur Diversifikation des Portfolios eignet. Anleger die das Thema umsetzen wollen, sollten die Eigenschaften und Risiken von Indexzertifikaten kennen.

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