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China umgeht Exportkontrollen mit staatlichen Forschungslaboratorien

China sucht aktiv nach Chip-Lücken

Die USA versuchen, China digital auszubremsen. Ein Mittel zum Zweck sind scharfe Exportkontrollen für Computer- und speziell KI-Chips. Das Reich der Mitte ist aber nicht untätig. China hat viele Wege entwickelt, die Exportkontrollen zu umgehen. Ein besonders aktiv genutzter Weg sind staatlich geförderter Forschungslabore. Unsere China-Korrespondentin erklärt das Modell.
China hat viele kreative Wege gefunden, die strengen US-Exportbeschränkungen für hochwertige Halbleiter zu umgehen. Wenig bekannt, aber sehr effizient, sind Chinas sogenannten „Lifeline Labs“. Dabei handelt es sich um staatlich geförderte Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, deren Pilotproduktionslinien sich auf die Weiterentwicklung der Halbleiterfertigungskapazitäten konzentrieren. Staatlich finanzierte Laboratorien werden auch direkt ermutigt, Pilotproduktionslinien von Robotik bis zur Luft- und Raumfahrt und Satelliten zu starten.

China umgeht Exportkontrollen mit staatlichen Forschungslabors

Diese Lifeline Labs haben besseren Zugang zu ausländischen Ausrüstungen und sind ein Mittel, um die auf den "schwarzen Listen" stehenden Unternehmen zu umgehen. Sie tauchen inzwischen im ganzen Land auf und können schnell eingerichtet werden. Darum spielen sie eine Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung der Technologie des Landes. Denn bei diesen Pilotproduktionslinien handelt es sich um eine Vorstufe zur kommerziellen Produktion. Sie dienen dazu, neue Technologien oder Produkte in kleinen Mengen zu produzieren, zu testen und zu verfeinern, bevor sie in großem Maßstab produziert und eingesetzt werden. 

Ein Beispiel sind die Hubei Yangtze Pilot-Line Services in Wuhan, die eine 300 mm-Pilotanlage betreibt und unter anderen Designs für Yangtze Memory überprüft. Dort führen auch viele Ingenieure des führenden Chipherstellers YMTC Versuche durch und testen Muster. Das Unternehmen steht auf der US-Entity List steht und unterliegt somit strengen Exportbeschränkungen. Ähnliche Einrichtungen, die sich auf fortschrittliche Chip-Verpackungen und neue Silizium-Photonik-Technologien konzentrieren, schießen auch in Städten wie Ningbo und Wuxi aus dem Boden.

Sogar US-Firmen verlagern die Produktion, um Exportkontrollen zu umgehen

Chinas Unternehmen nutzen schon seit längerem die unterschiedlichsten Strategien, um die US-Exportverbote zu umgehen. Sogar US-Unternehmen verlagern ihre Produktion in Länder wie Taiwan, Südkorea und Singapur, weil deren Exportbestimmungen weniger restriktiv sind. Deren Produkte werden dann über Drittstaaten an chinesische Firmen geliefert. Auch nutzen chinesische Firmen verdeckte Kanäle über unbekannte Firmen und undurchsichtige Transaktionen zur Beschaffung verbotener Halbleiter.
Fazit: Die USA versuchen, China bei der Entwicklung von Computer-Chips (KI-Chips) auf Abstand zu halten (FB vom 6.2.). Das Reich der Mitte hat weiterhin Schwierigkeiten, ohne den Zugang zu Spitzentechnologie High-End-Halbleiter zu produzieren. Es gibt aber zahlreiche Schlupflöcher bei den Exportkontrollen, die China aktiv sucht und nutzt. Darum gelangen Chips immer wieder nach China, insbesondere zu Universitäten und militärischen Einrichtungen.
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