China: Unternehmen in der Investitions-Falle
Der zunehmende Wettbewerb innerhalb Chinas forciert die Investitionen deutscher Unternehmen vor Ort. Unternehmen forcieren z. B. die Investitionen in Forschung und Entwicklung, um mit den schnellen Innovationszyklen dort mitzuhalten. Außerdem übt die chinesische Politik Druck aus, die Wertschöpfung im Land zu erhöhen. Das spiegelt sich in den Zahlen. Deutsche Unternehmen haben 2025 etwa 50% mehr in China investiert als 2024. Das zeigen die vorläufigen Zahlen der Bundesbank für die ersten elf Monate, die Investitionen von 6,7 Mrd. Euro ausweisen.
Deutsche Unternehmen verlieren dennoch in den meisten Branchen Marktanteile. Bei Autos ist der Marktanteil von 2020 bis 2024 von 26,2% auf 17,4% gefallen. Auch in der Chemie-Industrie und im Maschinenbau schrumpfen die Marktanteile, so GTAI. Gegenbeispiele gibt es nur wenige, etwa die Luftfahrt. Airbus hat seinen Marktanteil zu Lasten von Boeing auf inzwischen 50% ausgebaut.
Schrumpfende Marktanteile, wachsende Investitionen
Die Marktanteilsverluste schlagen auf die Ergebnisse durch. In der „Business Confidence Survey“ der AHK China, (durchgeführt im Herbst 2025) erwarteten nur 26% der Unternehmen, ihre Gewinne 2025 zu steigern. 41% rechnen mit teils deutlichen Rückgängen. Etwas besser sind die Zukunftshoffnungen. 42% der Unternehmen erwarten für 2026 ein Umsatzwachstum, 27% einen Gewinnanstieg.
Das strategische Umfeld dürfte aber fordernd bleien. Denn die chinesische Politik arbeitet auch weiterhin an einer chinesischen Wertschöpfungskette (insbesondere in den Branchen Auto, Maschinenbau und Chemie). Unternehmen, die nicht in schwer angreifbaren Nischen arbeiten, müssen daher mit dauerhaft sinkenden Gewinnen rechnen.
Zunehmende Exporte in die ASEAN-Staaten
Die Niederlassungen deutscher Unternehmen suchen Entlastung im Export aus China heraus. Die EU und die USA bleiben wichtige Zielmärkte. Die Bedeutung der ASEAN-Staaten nimmt aber zu. „Viele chinesische Vorprodukte und Zulieferteile werden in diesen Staaten weiterverarbeitet, um dann in andere Märkte exportiert zu werden“, erklärt Dr. Wan-Hsin Liu vom Institut für Weltwirtschaft (IW).