Collagen auf dem Kunstmarkt
Collagen zählen zu den neueren Techniken der Bildenden Kunst und stehen für ein eigenständiges Segment innerhalb des Kunstmarktes. Ab 1900 beschäftigten sich die Künstler Georges Braque und Pablo Picasso erstmals damit Papierstückchen und andere Materialien in neuer Form zusammen zu führen. Namenstiftend für diese Technik ist das Material Leim (colle griech.).
Diese Klebebilder sind fantasievoll und können auch andere Werkstoffe wie Holz, Tapeten, Perlen, Fotos etc. einbinden. Übermalungen mit diversen Malmaterialien sind ebenso möglich. Insgesamt sind dem Künstler bei der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt. Dies reizte viele Künstler sich in dieser Technik zu versuchen.
Die Zeit prägt die Kunst
In den Collagen drückt sich die künstlerische und zeitliche Verortung des Machers aus. Besonders während der Zeit des Kubismus, Dadaismus, Fluxus oder auch im Surrealismus fand die Collage große Anerkennung. Zu den bedeutendsten Künstlern zählen u.a. Georges Braque, Salvator Dali, Josef Beuys oder auch Yoko.
Die Technik des Zusammenfügens von Fragmenten zu neuen Kunstwerken hat mittlerweile auch in anderen Künsten Eingang gefunden. In Musik, Film und Literatur sind mit Collagetechnik entstandene Kunstwerke nicht mehr wegzudenken. Hier heißen die Ergebnisse dann: Medley, Remix, Samplings etc.
Künstler mit Investitionspotenzial
Albert Wigand (1890-1978) zählte zu den bedeutendsten Ostdeutschen Vertretern unter den Collagisten. Besonders postum wurden seine Kunstwerke gewürdigt. Auf Auktionen sind gelegentlich Collagen zu finden. Die Preisspanne liegt meist zwischen wenigen hundert Euro bis zu mittleren vierstelligen Beträgen. Manfred Pietsch (1936-2015), ein weitgehend unbekannter Berliner Collagist, hat ebenfalls spannende Werke erstellt, die auf dem Kunstmarkt aussichtsreich sind. Außerdem zählt Hannah Höch zu den großen Künstlerinnen der jüngsten Vergangenheit (1889-1978). Ihre Fotocollagen kosten meist zwischen 1000 bis 50.000 €. Zahlreiche Sammler und Museen zählen zu den Käufern. Die Preise waren über die letzten 20 Jahre erstaunlich stabil geblieben. Erfreulich ist der Rückgang der Zahl unverkaufter Lose auf Auktionen auf ca. 15%.
Ausstellungsempfehlungen
Ahrenshoop, Kunstmuseum (bis 30. März 2025)
- Künstlerkolonie Nidden
Frankfurt/Main, Staedel-Museum (bis 12. Januar 2025)
- Fantasie und Leidenschaft Zeichnen von Carraci bis Bernini
Saarbrücken, Saarlandmuseum – Moderne Kunst (bis 31. Dezember 2024)
- Bilder / Schicksale Provenienzforschung und Entartete Kunst
Berlin, Bröhan-Museum (bis 16. Februar 2025)
- Design für Kinder