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Versicherungsfolgen der Pandemie

Corona nutzt und schadet den Versicherern

Im Gegensatz zu großen Naturkatastrophen, die der Versicherungswirtschaft nur schaden, hat der Coronavirus für die Branche zum Teil auch positive Folgen. Verschiedene Versicherungsgeschäftszweige sind ganz unterschiedlich betroffen.

Der Coronavirus bringt den Versicherungskonzernen sowohl ungewöhnlich Verluste als auch Gewinne. Im Lebensversicherungsgeschäft steigen die Auszahlungen durch die Corona-Todesfälle deutlich. Zugleich aber müssen die Versicherer bei Pensionsverträgen – bedingt durch die vielen Todesfälle – weniger lange auszahlen. Die beiden großen britischen Versicherer, Legal & General sowie Aviva, haben bis Anfang August beide jeweils 36 Mio. Pfund wegen Corona-Todesfällen ausgezahlt.

Die Versicherer erwarten, dass sich die Kette der Todesfälle noch lange hinziehen könnte. So hat Aviva zusätzliche 165 Mio. Pfund (ca. 183,5 Mio. EUR) für mögliche weitere Corona-Todesfälle zurückgestellt hat. Royal London, der derzeit größte genossenschaftlich aufgebaute britische Versicherer, hat nach eigenen Angaben bislang für rund 1.200 Todesfälle 8,5 Millionen Pfund (9,5 Mio. EUR) ausgezahlt. Zugleich stellte Royal London 10 Mio. Pfund für weitere Todesfälle zurück.

Gegenläufige Entwicklungen

Besonders unter Druck sehen sich jene Versicherer am britischen Markt, die Betriebsunterbrechungsversicherungen verkauft haben. Hier stecken in den laufenden Gerichtsverfahren noch ganz erhebliche Risiken. Das Neugeschäft wird bei den meisten Versicherern durch das Coronavirus in verschiedene Richtungen verändert. Stark negativ beeinträchtigt ist das Pensionsgeschäft - sowohl mit Privaten wie auch mit gewerblichen Kunden. Stark positiv dagegen entwickeln sich das Lebensversicherungsgeschäft, die Krankenversicherung und alle Verträge mit dem Ziel einer Einkommenssicherung des Versicherten.

Fazit: Am direktesten und deutlichsten treffen die Todesfälle die Versicherer.

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