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Vermögensverwaltungen im Stresstest

Corona-Virus: Wer wird tatsächlich verlieren?

Für Anleger heißt es: Ruhe bewahren. Bildquelle: Pixabay
Das Corona-Virus ist das beherrschende Thema dieser Tage. Droht tatsächlich ein finanzielles "Blutbad", wie vereinzelt zu lesen ist? Oder ist die Panik dann doch zu viel des Schlechten.

Nachdem im Februar die Zahl der Corona-Infektionsfälle plötzlich angestiegen ist, haben auch die Kapitalmärkte heftig reagiert. Weltweit sind die Aktienkurse in den letzten vier Wochen um – je nach Börsenplatz und Index – mehr als 30 % gefallen (Stand: 18.3.2020). Die Angst der Marktteilnehmer ist deutlich zu spüren, nachdem auch der Ölpreis eingebrochen ist.

Die Investoren wissen nicht, was diese Ereignisse für sie und die Wirtschaft bedeuten. Viele flüchten aus den risikobehafteten Anlagen. Auf den ersten Blick ist dies logisch, aus vermögensstrategischer Sicht aber unklug. Dies lehren uns die Ereignisse der letzten Jahre: „Brexit“ – starker Kursrückgang, „Handelskrieg“ – starker Kursrückgang, „Streit Donald Trump mit US-Notenbank“ – starker Kursrückgang. Hat dies dem langfristig zielorientierten, breit diversifizierten Anleger, der auf mancherlei hochriskanten Unsinn wie einzelne Hochzinsanleihen oder Wetten auf Unternehmen verzichtet hat, einen echten Verlust beschert? Nein. Ruhig bleiben, abwarten, ggfs. Wertpapiere nachkaufen, waren rückblickend die richtigen Reaktionen auf diese Situationen.

Panik ist übertrieben

Was Anleger häufig übersehen: Verluste treten erst auf, wenn Geld endgültig verloren ist. Was jetzt zu sehen ist, sind starke Schwankungen der Börsenkurse mit ihren Kursrückgängen (Fachbegriff „Volatilität“). Eine „Wertvernichtung“ (wie häufig zu lesen) ist weltweit nicht zu sehen, sondern eine Neubewertung der künftigen Erträge von Unternehmen. Dies ist das gewöhnliche Geschehen an den Kapitalmärkten.

Die Aktienmärkte, genauer die Anleger, sind in diesen Tagen in einer Panik ähnlichen Situation. Ein zwischenzeitlicher Kursrückgang an einem einzigen Börsentag von 8% (DAX am 9.3.2020) ist sehr selten zu sehen. Wen diese Bewegung wundert, hier ein Erklärungsansatz: Professionelle Anleger bevorzugen immer mehr ETFs und Indexfonds. Deren Volumen ist massiv angestiegen. Verkaufen Großinvestoren solche Fonds, werden innerhalb einer Minute Millionen Aktien auf den Markt geworfen. Wenn viele Verkäufer plötzlich am Markt auftreten, sinkt der Preis massiv – besonders dann, wenn auf der Käuferseite keine ausreichende Gegenpartei steht. Dies erklärt, warum dann alle Aktien „abgestraft“ werden. Die ETFs wirken hier wie ein Verstärker des Kursverfalls.

Liquiditätskrise in Sichtweite

Hinzu kommt, dass professionelle Anleger häufig mit Risikobudgets arbeiten. Diese werden bereits am Anfang eines Jahres festgelegt. Wenn dieses Budget verbraucht ist, müssen sie Aktien verkaufen. Häufig auch Gold, denn das Edelmetall zählt ebenfalls zu den risikobehafteten Anlagen. Deshalb kam auch – für viele Marktteilnehmer überraschend – der Goldpreis unter Druck.

Wir sind seit wenigen Tagen in einer ausgeprägten Krise an den Kapitalmärkten. Dies ist dann der Fall, wenn viele Unternehmen Eigenkapitalknappheit haben. Und dies ist zunehmend zu sehen. Veranstaltungen werden abgesagt, Lieferketten sind unterbrochen, Aufträge werden storniert. Die Auswirkungen sind heftig. Die Liquiditätslage vieler Unternehmen wird sich daher kurzfristig verschlechtern. Dies ist ein böses Omen für Anleger und Vermögensverwalter, die auf besser verzinste Anleihen gesetzt haben, dafür aber schlechte Bonitäten in Kauf genommen haben („High Yield Bonds“). Solche Unternehmen besitzen aufgrund einer hohen Verschuldung keine Risikoreserven. Der Konkurs der Fluggesellschaft Flybe ist ein erstes Beispiel aus diesen turbulenten Tagen. Investoren erleiden tatsächlich einen finalen Verlust.

Nachfrage beim Vermögensverwalter ratsam

Langfristig bleibt der Treiber der Weltwirtschaft die steigende Weltbevölkerung. Die kaufkräftige Mittelschicht wächst pro Jahr zwischen 100 Mio. und 200 Mio. Menschen, je nach Messmethode. Auf diesen Trend hat der Virus mit dem Namen SARS-CoV-2 keinen Einfluss. Ein Konsumeinbruch in China bedeutet beispielsweise einen Konsumaufschub und keine Trendumkehr zu einem generellen Konsumverzicht. Wichtig ist jetzt, eine Investitionsreserve als Liquidität oder in sicheren Anleihen vorzuhalten, um diese bei einer weiteren Eskalation an den Märkten in Aktien umschichten zu können. Anleger, die ihr Geld von einem Verwalter managen lassen, sollten diesbezüglich nachfragen, ob er solche Reserven angelegt hat, die nun „safe“ sind.

Totalverlust bedroht zuerst den Kranken

Eine pandemische Grippewelle, die wir jetzt erleben, ist für den Menschen gefährlich. Wer krank wird, muss ggfs. den „Totalverlust“ seines Lebens befürchten. Wer sein Vermögen klug aufgestellt hat, muss keinen schweren finanziellen Verlust befürchten. Die langfristigen Erträge von Aktien sind durch den Virus nicht bedroht. Jedoch hat das Ausfallrisiko einzelner Unternehmen stark zugenommen.

Fazit: Wer im Aktienbereich auf die „Welt-AG“ setzt, also nahezu alle Aktien dieser Welt im Portfolio hat, kann ruhig bleiben. Selbst wenn die Wirtschaft jetzt stark schwächelt oder eine Rezession kommt, bieten sich genügend Möglichkeiten, diese niedrigen „Panik-Kurse“ zum Aufbau oder Rebalancing des Depots zu nutzen. Was wirklich wichtig ist, ist dies: Bleiben Sie gesund!

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