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Ganze neue Marken mischen Autoindustrie von morgen auf

Das Auto als White-Label-Produkt

Das Auto als White-Label-Produkt. Copyright: Pixabay
Sie kennen das aus dem Lebensmittelhandel: Markenhersteller fertigen Qualitätsware, die dann von anderen Marken gebranded und verkauft wird. Ähnliches dürfte bald in der Autoindustrie wahr werden.

Der schnittige Sportwagen von Puma. Die elegante Edelkarosse von Apple. Der Strandbuggy von Quicksilver, einer Surfermarke. Die Familienkutsche vom Kinderbrei-Hersteller Hipp … Das könnte bald Realität werden - und nicht nur den deutschen Autobauern den Schweiß auf die Stirn treiben. Denn Autos werden bald als White-Label-Produkte hergestellt. Und dann von starken Marken vertrieben. Das Elektroauto macht diese Entwicklung möglich.

Foxconn baut qualitätvolle Massenware

Der taiwanisische Konzern Foxconn steigt in die Autoproduktion ein. Das Unternehmen gehört mit einem Umsatz von über 163 Mrd. Euro im letzten Jahr zu den größten Elektronikherstellern der Welt. Foxconns geschäftsmodell ist es, Produkte im Auftrag großer Elektronikkonzerne herzustellen.

Einen eigenen Vertrieb für Endkunden hat Foxconn nicht. Apple ist einer der größten Kunden. Nintendo, Sony, Toshiba, Hewlett-Packard, Intel oder Dell lassen auch dort produzieren. Im nächsten Jahr sollen die erste beiden Autofabriken in den USA und Thailand gebaut werden. Auch sie sollen ab 2023 nur im Auftrag anderer Anbieter produzieren. Weitere Werke in Europa sollen dazukommen.

Das gesamte Wissen für die Autoproduktion ist bei Zulieferern verfügbar

Durch den Übergang zu E-Autos können alle wesentlichen Teile eines Autos bei Zulieferern eingekauft werden. Bisher war das Wissen um die Produktion eines ausgereiften Benzin- oder Dieselmotors nur bei den Autoherstellern zu finden. Mit dem Übergang zum E-Auto wird der Motor zum Zulieferteil.

Foxconn kooperiert dafür mit dem japanischen Elektromotoren-Spezialisten Nidec. Die Pläne des Auftragsfertigers sind ehrgeizig. 2025 will er einen Marktanteil von 10% aller E-Autos weltweit haben. 

Ein Baukastenmodell ermöglicht den Einstieg branchenfremder Unternehmen

Mit dem Baukastenmodell des Herstellers können branchenfremde Unternehmen zu Autoverkäufern werden. Ein paar markenspezifische Extras und der Verkauf kann beginnen. Einige chinesische Smartphonehersteller haben schon E-Autos angekündigt, bei denen die Internetnutzung im Vordergrund steht.

Das Image der Marke wird dann entscheidend, um ein passendes Auto anzubieten. Schon heute verkauft sich ein BMW über das Lebensgefühl: "Freude am Fahren". Das können andere Marken auch. Der Druck auf die traditionellen Hersteller wird jedenfalls massiv zunehmen. 

Fazit: Der Auftragsfertiger Foxconn ermöglicht es Markenherstellern, ein E-Auto als Produktergänzung anzubieten. Der Druck auf die traditionellen Hersteller wird stark zunehmen.

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