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Wohnbau-Boom in Großbritannien

Der Wohnungsbau belebt die britische Konjunktur

Der Wohnungsbau in UK boomt. Copyright: Pexels
Ungeachtet aller Covid- und Brexit-Probleme läuft die Wohnbau-Industrie in Großbritannien wie im Boom. Das gilt der Bauleistung wie auch der Umsatzsteigerungen nach. Vieles spricht dafür, dass auf ein ausgezeichnetes Jahr 2020 ein gutes 2021 folgen wird.

In Großbritannien läuft seit Mitte des Jahres ein Wohnbau-Boom, wie ihn das Land seit langem nicht mehr erlebt hat. Und das ungeachtet der Brexit-Krise und der Coronavirus-Pandemie. Die Bauwirtschaft ist damit einsamer Spitzenreiter der insgesamt sehr ungünstig laufenden britischen Konjunktur. Dabei überkompensiert der boomende Wohnbau andere Schwachstellen wie etwa die Flaute bei Gewerbe-Immobilien.

Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sind binnen Jahresfrist um 6,5% gestiegen. Das ist der seit 2014 beste Wert. Diese Zuwachsrate geht sowohl auf die starke Nachfrage zurück als auch auf die mit der Baukonjunktur verbundenen Preissteigerungen in einer sonst weitgehend inflationslosen Zeit.

Starke Förderung des Eigenheimbaus

Für die Nachfragesteigerung in einer insgesamt wirtschaftlich schwachen Periode gibt es mehrere Gründe. Am stärksten wirkt sich aus, dass die Förderpolitik der Regierung – im Gegensatz zu vielen früheren Ansätzen – deutlich Erfolge zeigt. Zwei Maßnahmen wirken aber besonders stark:

  • Zum einen die temporäre drastische Reduzierung der Grunderwerbsteuer im Zuge der Covid-19-Hilfen für die Wirtschaft. Bis zum Frühjahr 2021 sind die meisten Neubauten ganz von der Grunderwerbsteuer befreit.
  • Zum anderen kurbeln die öffentlichen Finanzierungshilfen für die so genannten Ersterwerber unter den Hauskäufern die Nachfrage kräftig an. Denn sie können den größten Teil des normalerweise erforderlichen Eigenkapitals ersetzen. In einem so auf Einfamilienhaus-Besitz orientierten Land wie dem Vereinigten Königreich spielt das eine große Rolle.

Junge Menschen greifen zu

Gerade die Gruppe meist jüngerer Menschen hat bei den Angeboten für Erstkäufer stark zugegriffen. Der traditionelle Wohnraummangel hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen bei den Eltern leben. Sie konnten bisher kein eigenes Haus finden oder sich finanziell leisten.

Es gibt aber auch noch andere belebende Einflüsse für den Eigenheim-Markt. Je deutlicher sich abzeichnet, dass sich das Home Office wohl weitgehend zu einer Dauererscheinung mausert, desto mehr wächst die Suche nach größeren Wohnungen oder Einfamilienhäusern.

Wie lange kann die Entwicklung laufen?

Bei all dem drängt sich natürlich die Frage auf, wie lange diese Entwicklung weiterlaufen kann. Große Immobilienfirmen mit qualitativ gutem eigenen Research wie etwa Savills oder Knight Frank sind nur bedingt pessimistisch. Sie sehen auf der einen Seite den nach wie vor großen Bedarf an neuem Wohnraum. Sie schließen zudem nicht aus, dass die laufenden Förderprogramme weiterlaufen oder dass der Staat sie in einer modifizierten Form vielleicht sogar längerfristig fortsetzt.

Die Mehrheit der Professionals erwartet für 2021 keinen Rückschlag. Weiterhin streben Menschen aus Nahost, Innerasien, Ostasien und Südamerika nach einem britischen Pass. Ein Problem nach dem EU-Austritt ist aber der inzwischen viel geringere Zustrom von Fach- und Hilfskräften für die Bauwirtschaft. Der Mangel trifft inzwischen zahlreiche Wohnbau-Großbaustellen und behindert den Bau.

Zunehmender Autoverkehr bereitet Probleme

Probleme gibt es auch mit dem schnell wachsenden Auto-Verkehrsaufkommen aus den vielen neuen Siedlungsgebieten um die Städte herum. Teils geht das Verkehrs-Chaos zwar auf die Maskenpflicht in den Öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Denn diese Corona-VirusSchutzmaßnahme  hat die Bereitschaft, das Auto zu nutzen, stark belebt. Zum anderen aber spielt eine Rolle, dass die meisten Kommunen zwar die neuen Wohnviertel gerne sehen. Sie sind aber nicht bereit, die Verkehrsverbindungen rasch der Bevölkerungsentwicklung anzupassen.

Fazit:

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