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Deutsche und europäische Interessen in der Karibik schützen

Deutschland unterzeichnet erstmals Militärabkommen in Südamerika

Soldaten aus Kolumbien. Copyright: Pixabay
Kolumbien und Deutschland haben ein militärisches Kooperationsabkommen unterzeichnet. Es ist das erste Abkommen dieser Art, das Deutschland mit einem südamerikanischen Land schließt. Was steckt dahinter?
Deutschland und Kolumbien haben vereinbart, zukünftig auf militärischem Gebiet zusammenarbeiten zu wollen. Es ist das erste militärische Kooperationsabkommen, das Deutschland mit einem Land in Lateinamerika schließt. Bisher ist Deutschland in Südamerika lediglich als (umstrittener) Waffenexporteur, etwa in Brasilien oder Chile, aufgetreten.

Jetzt geht es zuvorderst um die allgemeine Sicherung von Seehandelsrouten. Die Vereinbarung trägt damit der im Juni diesen Jahres von der EU verabschiedeten Strategie zur maritimen Sicherheit Rechnung. In und um Kolumbien überfallen Guerilla-Kämpfer und auch Piraten immer wieder Frachtschiffe. Auch der Drogenhandel wird über die See koordiniert.

Als Handelspartner eher unbedeutend

Kolumbien ist als Handelspartner für Deutschland ansonsten vor allem als Rohstofflieferant von Bedeutung. Das Land exportiert neben Steinkohle auch Erdöl und Erdgas, Gold, Platin, Edelsteine, Holz und Agrarrohstoffe wie Zucker, Tabak, Früchte und Blumen. Zudem gewinnt der Tourismus an Bedeutung. Die Deutsch-Kolumbianische Handelskammer verzeichnet immerhin 300 Mitglieder – als Handelspartner ist das Land insgesamt aber natürlich einer "kleiner Fisch". Gemessen am Exportvolumen steht das Land für Deutschland an 62. Stelle.

Symbolische Bedeutung

Das Abkommen dürfte vor allem wegen seiner symbolischen Bedeutung relevant sein. Denn bisher hielten sich Deutschland und die EU aus militärischen Angelegenheiten in Südamerika heraus. Nun setzen sie einen ersten Fuß in die Tür.

Das dürfte insbesondere ein Fingerzeig gegen China sein. Peking baut seinen Einfluss in Südamerika vor allem auf Kosten des Mercosur-Abkommens (vgl. FB vom 26.08.2021) stetig aus. Zur Erinnerung: Vor allem Brasilien und Uruguay wehren sich gegen die lateinamerikanische Freihandelszone, die es ihnen verbietet einseitig Handelsabkommen (mit China) zu schließen. Uruguay ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Die Regierung vereinbarte nichtsdestotrotz eine entsprechende Kooperation mit China. 

USA haben sich aus ihrem "Vorhof" zurückgezogen

Das Abkommen zeigt aber auch, dass sich Lateinamerika nach neuen Partnern jenseits der USA umschaut. Aus ihrem einstigen "Vorhof" haben sich die Vereinigten Staaten zurückgezogen. Wer sich nicht China zuwenden will, hat als Alternative nur noch die EU.

Fazit: Deutschland setzt militärisch in Südamerika "einen Fuß in die Tür", es wird spannend sein zu sehen, ob es dabei bei einer symbolischen Absichtserklärung bleibt, oder ob es praktische Auswirkungen haben wird.

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