Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1796
Deutsche und europäische Interessen in der Karibik schützen

Deutschland unterzeichnet erstmals Militärabkommen in Südamerika

Soldaten aus Kolumbien. Copyright: Pixabay
Kolumbien und Deutschland haben ein militärisches Kooperationsabkommen unterzeichnet. Es ist das erste Abkommen dieser Art, das Deutschland mit einem südamerikanischen Land schließt. Was steckt dahinter?
Deutschland und Kolumbien haben vereinbart, zukünftig auf militärischem Gebiet zusammenarbeiten zu wollen. Es ist das erste militärische Kooperationsabkommen, das Deutschland mit einem Land in Lateinamerika schließt. Bisher ist Deutschland in Südamerika lediglich als (umstrittener) Waffenexporteur, etwa in Brasilien oder Chile, aufgetreten.

Jetzt geht es zuvorderst um die allgemeine Sicherung von Seehandelsrouten. Die Vereinbarung trägt damit der im Juni diesen Jahres von der EU verabschiedeten Strategie zur maritimen Sicherheit Rechnung. In und um Kolumbien überfallen Guerilla-Kämpfer und auch Piraten immer wieder Frachtschiffe. Auch der Drogenhandel wird über die See koordiniert.

Als Handelspartner eher unbedeutend

Kolumbien ist als Handelspartner für Deutschland ansonsten vor allem als Rohstofflieferant von Bedeutung. Das Land exportiert neben Steinkohle auch Erdöl und Erdgas, Gold, Platin, Edelsteine, Holz und Agrarrohstoffe wie Zucker, Tabak, Früchte und Blumen. Zudem gewinnt der Tourismus an Bedeutung. Die Deutsch-Kolumbianische Handelskammer verzeichnet immerhin 300 Mitglieder – als Handelspartner ist das Land insgesamt aber natürlich einer "kleiner Fisch". Gemessen am Exportvolumen steht das Land für Deutschland an 62. Stelle.

Symbolische Bedeutung

Das Abkommen dürfte vor allem wegen seiner symbolischen Bedeutung relevant sein. Denn bisher hielten sich Deutschland und die EU aus militärischen Angelegenheiten in Südamerika heraus. Nun setzen sie einen ersten Fuß in die Tür.

Das dürfte insbesondere ein Fingerzeig gegen China sein. Peking baut seinen Einfluss in Südamerika vor allem auf Kosten des Mercosur-Abkommens (vgl. FB vom 26.08.2021) stetig aus. Zur Erinnerung: Vor allem Brasilien und Uruguay wehren sich gegen die lateinamerikanische Freihandelszone, die es ihnen verbietet einseitig Handelsabkommen (mit China) zu schließen. Uruguay ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Die Regierung vereinbarte nichtsdestotrotz eine entsprechende Kooperation mit China. 

USA haben sich aus ihrem "Vorhof" zurückgezogen

Das Abkommen zeigt aber auch, dass sich Lateinamerika nach neuen Partnern jenseits der USA umschaut. Aus ihrem einstigen "Vorhof" haben sich die Vereinigten Staaten zurückgezogen. Wer sich nicht China zuwenden will, hat als Alternative nur noch die EU.

Fazit: Deutschland setzt militärisch in Südamerika "einen Fuß in die Tür", es wird spannend sein zu sehen, ob es dabei bei einer symbolischen Absichtserklärung bleibt, oder ob es praktische Auswirkungen haben wird.

Hier: FUCHSBRIEFE abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Nachhaltigkeit beim Stiftungsvermögen: Tiefe Einblicke und Diversität in Kooperationen

Von Datenlieferanten bis Beratungsnetzwerke: Wie Vermögensmanager ihre Nachhaltigkeitsstrategien stärken

Kollage Verlag Fuchsbriefe © Bild: envato elements
Um die nachhaltige Kapitalanlage zu stärken, setzen Vermögensmanager auf die Zusammenarbeit mit externen Instituten. Eine Analyse der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz von 25 Organisationen enthüllt nicht nur eine reiche Vielfalt an Kooperationen, sondern auch signifikante Unterschiede in der Integration dieser Partnerschaften in ihre Nachhaltigkeitsstrategien.
  • Fuchs plus
  • Neue Produktionskette für Chemiefasern

Nachhaltige Polyesterfasern für Japan

Textilien © fomkin20 / stock.adobe.com
Sieben Unternehmen haben eine neue Produktionskette für Chemiefasern aufgebaut und benötigen kein Rohöl mehr in der Produktion. Erste Kleidungsstücke aus diesen Fasern kommen zur Zeit in Japan auf den Markt.
  • Fuchs plus
  • Logistik und Nachhaltigkeit

Elektro-LKW bei Österreichischer Post

Die Österreichische Post hat erstmals zwei Elektro-Lkw im Einsatz. Transportiert werden internationale Sendungen. Damit lassen sich rund 117 Tonnen direkte CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Risiko: Negative Margen durch schwankende Kurse

Währungsrisiken vermeiden

Wenn Kurse von Währungen schwanken, kann das für Unternehmen bedeuten, dass sie durch zuvor geschlossene Verträge nun Verluste machen. Offene Restzahlungen werden so allenfalls zu einem Risiko. Mit dem richtigen Management kann das vermieden werden.
  • Fuchs plus
  • Neue Wärmepumpe effizient bei unterschiedlichen Temperaturen

Wärmepumpe für die Industrie

Wärmepumpe © 2023 Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V.
Die ETH hat eine neuartige Wärmepumpe entwickelt, die verschiedene Temperaturen effizient erzeugen kann. Gerade Industriebetriebe könnten großen Nutzen davon haben.
  • Fuchs plus
  • Trendwende-Anzeichen in der Türkei

Notenbank bleibt restriktiv

Der Verfall der Türkischen Lira kennt seit Jahren kein Halten. Gegenüber dem Euro verlor die Devise des Lands am Bosporus mehr als 70% ihres Werts. Die Hoffnungen in die geldpolitische Wende wurden vorerst enttäuscht. Allerdings gewährt der Lira-Rückgang Investoren einen Abschlag auf die Vermögenswerte des Landes. Zusätzliche Chancen winken bei einem Kurswechsel der Währung.
Zum Seitenanfang