Deutschlands Kampf um die Vorherrschaft im Rennen um humanoide Roboter
Als Robin Williams 1999 in dem Film der „200 Jahre-Mann“ den Haushaltsroboter Andrew spielte, ist dies noch ein gewagter ein Blick in die Zukunft gewesen. Ein Vierteljahrhundert später wird der Science-Fiction-Streifen aus Hollywood nun Realität. Humanoide Roboter stehen - auch Dank der Entwicklungssprünge bei der KI - vor dem Durchbruch. Auf der Hannover Messe, der größten Leistungsschau der deutschen Wirtschaft, sind sie das zentrale Thema, auch bei den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern.
Die deutsche Schlüsselbranche will das zukunftsträchtige Geschäftsmodell nicht den Tech-Unternehmen aus dem Silicon-Valley und den Chinesen überlassen. Im Gegenteil: Sie sieht sich für den Wettbewerb gut gerüstet. „Deutschland befindet sich noch in einer Pole Position für den industriellen Einsatz humanoider Roboter. Bei Komponenten und Subsystemen sind deutsche Unternehmen in Europa und der Welt führend, sei es bei Bildverarbeitungssystemen, beim Antrieb hocheffizienter Elektromotoren oder in der Mechanik bzw. der Integration von Robotern“, sagt Hartrmut Rauen, stellv. Hauptgeschäftsführer des VDMA den FUCHSBRIEFEN. Hinzu kämen über hunderte leistungsfähige Softwareunternehmen in dem deutschen Ökosystem.
Humanoide Roboter: die kommenden "Gamechanger"
Der Markt für humanoide Roboter wird als einer der nächsten großen „Gamechanger“ in der Technologiebranche bewertet. Die US-Tech-Branche prognostiziert ein gigantisches Marktpotenzial, das auf zwei- bis dreistellige Milliardenbeträge bis Anfang der 2030er Jahre geschätzt wird. Analysten rechnen bis 2040 mit einem möglichen Einsatz von einer Milliarde humanoider Roboter weltweit. „Einsatzbereiche humanoider Roboter sind vielfältig. Es fängt in der industriellen Produktion an, geht über den Dienstleistungssektor, etwa in der Gastronomie oder im Pflegebereich, und hört beim Einsatz im privaten Umfeld z.B. bei der Gartenarbeit auf. Hier werden wir im kommenden Jahrzehnt eine Revolution erleben, die den Einsatz humanoider Roboter in Betrieben zum Standard werden lässt. Dies wird Produktivitäts- und damit auch Kostenvorteile nach sich ziehen“, sagt Rauen weiter.
Laut dem VDMA komme es jetzt im Wettbewerb mit China und den USA darauf an, auch im B2B-Sektor Lösungen zu präsentieren. Hier könnte auf die führende Position deutscher Unternehmen bei den klassischen Industrieapplikationen aufgebaut werden. „Ein zentrales Thema für den Erfolg ist die Verknüpfung der klassischen Robotik mit der Datenraumtechnologie. Dafür müssen wir ein digitales Ökosystem schaffen, das die Mechanik mit Industrial AI verbindet“, sagt Rauen. Firmen müssten allerdings bereit sein, ihre Daten entlang von Wertschöpfungsketten zu teilen. Entscheidend werde sein, dass die Unternehmen wissen, dass mit Daten kein Schindluder betrieben werde, sie keinen Monopolisten stärken, sondern sie in einem gemeinsamen Ökosystem unterwegs seien.
Hannover Messe stellt KI in den Mittelpunkt
Auf der Hannover Messe, die am kommenden Montag startet, wird erstmals das Thema Physical AI eine zentrale Rolle spielen. Damit sind KI-Systeme gemeint, die unmittelbar mit der physischen Welt interagieren – etwa in Maschinen, Anlagen oder Robotern. Auf der Schau präsentieren rund 3 500 Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie Energiewirtschaft Lösungen für die Produktion.
Das diesjährige Partnerland ist Brasilien. Erst kürzlich ist das Freihandelsabkommen mit den lateinamerikanischen Mercosur-Staaten umgesetzt worden. Die erhofft sich davon, eine Ausweitung des Handels, auch als Ausgleich für die Einbußen im US-Export.
Fazit: Mittelständische Unternehmer sollten die Chancen der humanoiden Robotik erkennen und aktiv in diese Technologie investieren. Die deutsche Industrie hat eine führende Rolle bei Komponenten und Software.
Empfehlung: Nutzen Sie die Hannover Messe, um sich über "Physical AI" und die Integration in Ihr Geschäftsmodell zu informieren.