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Second-Sourcing zur Absicherung der Lieferketten

Die besten Lieferquellen neben China

Importeure und Einkäufer in Unternehmen sollten sich bei Importen, etwa von Vorleistungen, nicht nur auf ein Lieferland verlassen. Denn das bedeutet ein Risiko für die Lieferkette. Gerade China dominiert die Importe bei vielen Produkten nach Deutschland, obwohl es gute Alternativen gibt.

Unternehmen mit Weitblick sollten ihrer Lieferketten durch weitere Liefer-Partner absichern. Dieses Second-Sourcing ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um Lieferausfälle zu vermeiden. Besonders im Fokus steht dabei China. Denn das Reich der Mitte ist der mit Abstand größte Lieferant von Waren nach Deutschland. 2023 hat das Land Waren im Wert von knapp 157 Mrd. Euro nach Deutschland ausgeführt (11% aller Einfuhren nach Deutschland). 

Bei einigen Produktgruppen erreichen die Importe aus China Marktanteile von über 50%. Das ist, insbesondere für einige Unternehmen, kritisch. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht daher eine hohe und wachsende Importabhängigkeit für deutsche KMU. 

Pharmagrundstoffe zeigen das Risiko

Besonders stark ist die Abhängigkeit im Bereich Elektronik. 2023 wurden Notebooks und Computerzubehör im Wert von 12 Mrd. Euro importiert. Alternative Lieferländer sind Japan, Südkorea und Taiwan, die allerdings teurer sind als China. Malaysia ist dagegen eine günstige Quelle. Die Angebote von Unternehmen aus Vietnam und den Philippinen sind nochmal wesentlich günstiger und haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen.   

Bei einigen pharmazeutischen Grundprodukten kommen sogar alle Importe aus China. Zum Teil bedrohen einige chinesische Gesetze allerdings schon die Ausfuhren nach Deutschland (FB vom 5.9.24). Dabei gibt es mit Indien und Osteuropa interessante Alternativen. In Indien ist die Pharmaindustrie ähnlich breit aufgestellt wie die chinesische. In Osteuropa sind vor allem Ungarn, Tschechien und Polen bedeutende Produktionsstandorte (große Lieferanten sind Orlen, Grupa Azoty). In Asien sind Indonesien, Singapur, Malaysia und Thailand die Länder mit der größten Chemieindustrie. 

Alternativen für den Maschinenbau

Auch bei einigen Vorleistungsgütern und Maschinen dominieren Importe aus China. Vorleistungsgüter sind Produkte wie Schrauben, Schellen, Klemmen, Abdeckungen, usw. Dazu gehören aber auch elektronische Platinen, die in andere Produkte eingebaut werden. Diese Produkte können auch aus osteuropäischen Ländern (Polen, Tschechien, Slowakei und Slowenien) bezogen werden.

Fazit: Großhändler, Importeure und Einkäufer in Unternehmen sollten systematisch nach einer zweiten Lieferquelle in einem anderen Land suchen (FB vom 4.11.). Das verringert Lieferrisiken und führt im Trend zudem zu geringeren Preisen, weil es die Verhandlungsposition der Einkäufer stärkt.
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