Die Emirate wollen raus
Das wichtigste OPEC-Land, Saudi-Arabien, nimmt die Austrittsabsichten der Vereinigten Arabischen Emirate sehr ernst. Die Beziehungen zwischen den beiden wichtigen Erdölproduzenten sind extrem gereizt. Der Gesprächsfaden ist gerissen.
Die Saudis sehen sich in dieser Auseinandersetzung inzwischen weitgehend machtlos; alle Verhandlungen in Wien in diesem Monat haben zu nichts geführt. Die Emirate wollen völlig unabhängig von der OPEC-Mengen- und Preispolitik die eigene Förderung erheblich steigern. Sie schrecken dabei auch nicht vor einem Zerfall der OPEC zurück.
Emirate fordern Sonderrechte
In Wien hatten die Emirate für sich eine überproportionale Förderquotenerhöhung für die nächsten Monate gefordert. Dabei ist es aber nicht geblieben. Für die weitere Mitgliedschaft in der OPEC verlangen die Emirate nun, dass vom kommenden Frühjahr an auch die Kapazitätsbasis als Ausgangspunkt der Förderquotenberechnung kräftig erhöht wird.
Damit kann sich weder Saudi-Arabien noch die übrige OPEC einverstanden erklären. Mit einem Austritt aus der OPEC durch die Emirate ist nun für den Spätsommer oder Frühherbst dieses Jahres zu rechnen.
Fazit: Kurzfristig wird sich durch den Austritt der VAE aus der OPEC nicht viel ändern. Denn der Ölverbrauch steigt und damit auch der Ölpreis. Das muss aber nicht lange so bleiben.