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Die Rupie wird gezielt geschwächt

Die indische Rupie wird politisch gezielt geschwächt. Copyright: Picture Alliance
Narendra Modi und seine Regierung stehen unter Druck. Das Land ist in eine Rezession zurückgefallen. Corona-Epidemie und Schießereien an der chinesischen Grenze belasten die Stimmung.

Indiens Präsident Narendra Modi und seine Regierung stehen unter Druck. Das Land ist beim Wachstum hinter den regionalen Konkurrenten China zurückgefallen. Der IWF revidierte seine Prognose für das laufende (Finanz-)-Jahr auf -4,5%. Die Asiatische Entwicklungsbank ADB schätzt kaum besser auf -4%. Die Regierung hat es trotz ihrer autoritären Vorgesehensweisen nicht geschafft, die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Zu allem Überfluss kam es auch noch zu einer Neuauflage der bewaffneten Konflikte an der Himalaya-Grenze zu China.

Wichtiger Servicesektor

Indien wird momentan besonders hart von der Corona-Krise getroffen. Denn die für Indien besonders wichtigen Dienstleistungen werden von den Corona-Beschränkungen stärker gebremst als die verarbeitende Industrie. Das wird an den Einkaufsmanager-Indizes besonders deutlich: Der Service-Index ist zwar innerhalb eines Monats um mehr als 20 Punkte gestiegen. Aber eben „nur“ von 12,6 auf 33,7 Punkte. Damit liegt er noch weit unter der Wachstumsschwelle, die aufgrund der Korrelation mit dem BIP-Wachstum auch für Indiens Wirtschaft insgesamt gilt. Demgegenüber sieht die Lage der verarbeitenden Industrie besser aus. Dort legte der sektorale Einkaufsmanager-Index von 30,8 Punkte auf 47,2 Punkte vergleichsweise stark zu, wenngleich er allerdings nur knapp unter der Expansionsschwelle blieb.

Erwünschte Währungsschwäche

Diese Entwicklungen halfen der Rupie nicht. Sie konnte sich nach dem Einbruch der Währungen der Emerging Market von Mitte März lediglich auf niedrigem Niveau um 76 Rupies je Dollar stablisieren (EUR|INR = 85,75). Es spricht einiges dafür, dass sich die Notenbank RBI der Entwicklung am Devisenmarkt nicht entgegen gestellt hat, wenn auch eine aktive Schwächung der Rupie nicht zu erkennen war.

Die schächelnde Währung dürfte aber den Währungshütern und der Regierung sehr wohl gepasst haben. So haben nicht nur die Exporteure, sondern vor allem auch die zu den Importen in Konkurrenz stehenden Anbieter auf dem Binnenmarkt ihre Wettbewerbsposition gegenüber dem Ausland verbessern können.

Abhängigkeit erkannt

Denn mit der Corona-Krise haben die Verantwortlichen der Regierung um Präsident Modi die Abhängigkeit von Zulieferungen aus dem Ausland und der Einbindung in die internationalen Lieferketten als Risiko erkannt – das eingedämmt werden soll. Das spricht neben der allgemein schwachen Verfassung für weitere Zinssenkungen, die auch die Rupie schwächen werden.

Fazit: Zinsanlagen sind angesichts der politisch erwünschten schwachen Rupie wenig attraktiv. Dennoch bleibt Indien ein lukratives Anlageziel, sofern man auf die Aktien setzt. Dabei sollten konsumnahe Titel sowie die starke indische Pharmabranche besonders berücksichtigt werden.

Empfehlung: Der Fonds Stewart Investors Indian Subcontinent Sustainability Fund Class A (GB00B2PF5X11) lässt eine entsprechende Ausrichtung erkennen.

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