Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
643
Politik will Probleme zunehmend mit Hilfe der Geldpolitik lösen

Die Unabhängigkeit der Notenbanken gilt nichts mehr

Mal geschieht es offensichtlich, mal etwas versteckter: Aber die Politik hat in beinahe allen größeren Staaten zum Angriff auf die Unabhängigkeit der Zentralbanken geblasen. Die Folgen sind selten sofort sichtbar. Aber sie dürften umso gravierender sein.

Ungeliebte Unabhängigkeit

Die Unabhängigkeit der Notenbanken wird von der Politik kaum noch akzeptiert. Sie war erst in den 1970er und 80er Jahren (so etwa in Frankreich und UK) etabliert worden. Der Hebel ist die Personalpolitik. Donald Trumps öffentliche Drohung mit einer Amtsenthebung von FED-Chef Jerome Powell ist nur der sichtbarste Ausdruck. Auch bei der EZB setzen die nationalen Regierungen bei der Personalauswahl Pflöcke: Bei Christine Lagarde spielt die Politik in der Geldpolitik die entscheidende Rolle.

Selbst in der Schweiz mischt sich die Politik ein

Fast unbemerkt wurde auch die Schweizer SNB ein Opfer politischer Bevormundung. Die Abkehr vom Wechselkursziel (Limit der Euro-Parität 1,20 Franken) wurde von den Politikern erzwungen, gestützt auf die Eigentümerrechte. Erdogans Zugriff auf „seine" Zentralbank fand dagegen in aller Öffentlichkeit statt. Der Erfolg beim Ziel „Inflationseindämmung" hat übermäßige Erwartungen geweckt. Die Trumps, Erdogans oder Orbans dieser Welt blasen sie zur Behauptung auf, alle Probleme seien lösbar, wenn die Zinsen (oder Wechselkurse) nur weit genug sinken.

Fazit

Je schwächer die Unabhängigkeit der Notenbanken wird, desto anfälliger werden die Staaten für schwere Finanzkrisen. Denn damit geht die vorbeugende Stabilisierung verloren.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • EZB optimiert die Finanzierungsbedingungen für Staaten

Lagarde will Kreditumfeld optimieren

Die EZB hat auf ihrer ersten Ratssitzung interessante Hinweise auf ihre künftige Anleihenkauf-Politik gegeben. Daraus können Anleger relativ sicher ein wenig Rendite schlagen. Auch den Euro hat die Notenbank leicht angeschoben.
  • Fuchs plus
  • Hinweise zum Verwendungszweck gehören auf die Verpackung

Produktinformationen gehören auf die Verpackung

Es geht um die Gesundheit. Deshalb dürfen kosmetische Mittel diese auf keinen Fall gefährden. Das ist das Hauptziel der EU-Kosmetikverordnung. Es geht dabei auch um die richtige Anwendung. Deshalb sind eindeutige und lesbare Deklarationen wichtig. Aber dürfen die Informationen nur in einem Firmenkatalog des Herstellers und nicht auf der Verpackung des Produkts stehen? Der Europäische Gerichtshof (EuGH) macht dazu eine klare Ansage.
  • Fuchs plus
  • Breite Palette pflanzlicher Ersatzprodukte

AAK läuft wie geschmiert

Auch Vegetarier und Veganer nutzen zum Braten Öle und Fette - aber nur auf pflanzlicher Basis. Lieferant solcher Gourmet- und Semigourmet-Öle und -Fette ist das schwedisch-dänische Unternehmen AAK. Es ist ein weltweit führender Hersteller solcher pflanzlicher Öle.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Sputnik als Retter in der Not

Impfchaos in Deutschland

Die Bundesregierung entdeckt die Vorteile des hochwirksamen russischen Impfstoffs Sputnik. AstraZenica könnte von einer Zusammenarbeit mit dem russischen Knowhow profitieren. Angesichts der Lieferengpässe in der EU fragt man sich: Warum kommt die Zusammenarbeit erst jetzt?
  • Fuchs plus
  • Die Coronakrise wirkt mehr als der Brexit

Die britischen Großstadt-Mieten fallen deutlich

Rückläufige Mieten wegen Corona in UK. Copyright: pexels
Während landesweit die Wohnungsmieten in Großbritannien noch leicht steigen, fallen sie in den Großstädten - teilweise sogar stark. Der wesentliche Grund dafür ist nicht der Brexit, sondern vielmehr die Corona-Pandemie.
  • Fuchs plus
  • db research: Autoindustrie besser als ihr Ruf

Die Kosten des Strukturwandels

Die deutsche Autoindustrie steht unter Druck und in der Kritik. Sie hätte wichtige technologische Trends verschlafen. db reserach räumt mit einigen Vorurteilen auf. Und kommt zu einem Ergebnis, das mehr die Politik als die Aktionäre beunruhigen muss.
Zum Seitenanfang