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Nachfrage am Weltmarkt für LNG geht zurück

Druck auf den Gaspreis

Das dritte Quartal 2020 hat einen deutlichen Rückgang des Verbrauchs von verflüssigtem Erdgas gebracht. Vieles spricht dafür, dass es - coronabedingt - so weitergeht. Nur wenn es einen sehr kalten Winter auf der nördlichen Erdhalbkugel gibt, wird der Gasbedarf stark steigen.
Der Weltmarkt für verflüssigtes Erdgas (LNG) zeigt seit einigen Monaten unverkennbar Schwächezeichen. Auslöser dieser Entwicklung ist eindeutig das Corona-Virus. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich die Schwäche bis in den Beginn des kommenden Jahres hinziehen. 

Im dritten Quartal fiel weltweit der LNG-Export gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6% auf 83,8 Mio. Tonnen. Den schärfsten Einbruch gab es in den Vereinigten Staaten: Der amerikanische LNG-Export fiel im dritten gegenüber dem zweiten Quartal um 2,7 auf 7,3 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr belief sich der Rückgang dort auf 1,5 Mio. t. Der Grund: Der LNG-Preis ist in Europa so weit unter den US-Henry Hub-Preis gefallen, dass sich Lieferungen über den Atlantik nach Europa für die Amerikaner nicht mehr rechnen.

LNG-Produktionskapazitäten steigen kräftig

Aber es gibt noch weitere Belastungen für den Markt. Denn in den USA, Australien und Russland wurden mehr neue Kapazitäten Betrieb genommen als das Nachfragewachstum rechtfertigte. Nur ein harter und langer Winter auf der Nordhalbkugel könnte jetzt Senkungsdruck vom Gaspreis nehmen. Viele Heizungen in Nordeuropa werden mit Gas betrieben. Diese erhöhte Nachfrage würde dann auf ein reduziertes Angebot treffen. Denn lediglich in drei Ländern – Qatar, Angola und Papua New Guinea – ist die LNG-Produktion im dritten Quartal gestiegen. In allen anderen Ländern gab es Rückgänge, darunter am stärksten in den Vereinigten Staaten, Australien und in Trinidad/Tobago. 


Größter Importmarkt für LNG blieb auch in diesem Jahr Ostasien mit einer Einfuhrmenge von 47,8 Mio. t. Das ist fast das Dreifache des europäischen Importvolumens. Gegenüber dem Vorjahr gab es in Ostasien keine größere Veränderungen. Aber gegenüber dem zweiten Quartal dieses Jahres stieg der Import um immerhin 3,6 Mio. Tonnen. Grund: Der heiße Sommer, der den Gasbedarf für die Stromerzeugung für Klimaanlagen in die Höhe trieb.

Das Preisniveau für LNG blieb im 3. Quartal um durchschnittlich ein Viertel unter dem Vorjahresniveau. Auffällig ist dennoch eine leichte Preiserholung von Juli bis Septembe. Sie rührt großenteils aus den Lieferschwierigkeiten einzelner Länder und vor allem Pannen einzelner Gasverflüssigungsanlagen her. Das meiste Flüssiggas wird im Rahmen langfristiger Lieferkontrakte verkauft. Die Preise sind oftmals durch ein Indexsystem an den Ölpreis gekoppelt. Allerdings ist eine gewisse Abkehr von diesem System zu sehen. Das könnte dazu führen, dass sich der LNG-Kontraktpreis langsam aber sicher an den Spotmarktpreis für LNG annähert.

Fazit: Potenzial für Steigerungen des Marktpreises von Gas gibt es vorerst kaum. Allerdings steigen die politisch administrierten Kosten (CO2-Abgabe).

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