E-Lkw zu teuer für die meisten Speditionen
E-Lkw werden sich in Deutschland nur langsam durchsetzen. Denn das Investment ist derzeit nur für große Speditionen zu stemmen. Beleg: Amazon hat gerade 200 E-Lkw von Daimler geordert. Auf dem deutschen Markt sind aber vor allem kleine Speditionen aktiv. Zur Orientierung: 2023 lag der durchschnittliche Umsatz einer Spedition in Deutschland bei knapp unter 100.000 Euro. Insgesamt gab es 14.185 Speditionsbetriebe. Viele bestehen aus einem selbständigen Lkw-Fahrer, der seinen eigenen Brummi betreibt.
E-Lkw zu teuer für kleine Speditionen
Ein E-Lkw kostet in der Anschaffung nach wie vor etwa doppelt so viel wie ein Diesel-Brummi. Hinzu kommt in der Regel die Investition in Ladesäulen. Denn bis es ein Schnellladenetz geben wird, wird es noch einige Jahre dauern (FB vom 30.9.24). Die Investition in Ladesäulen lohnt sich aber erst, wenn mehrere Lkw geladen werden können. Eine Doppel-Ladesäule kostet um die 200.000 Euro, wenn schon leistungsstarke Stromleitungen auf dem Hof vorhanden sind.
E-Lkw lohnen sich mittelfristig auf Kurz- und Mittelstrecken bei mittelgroßen Frachten. Der eActros von Mercedes (Preis ab 286.000 Euro netto) hat eine Reichweite von 500 km (unter Testbedingungen) und soll eine Lebensdauer von 1,2 Mio. Km erreichen. Der Lkw kann als 42-Tonner allerdings aber nur 22 t Fracht laden. Damit decke der Lkw dennoch rund "60% der Anwendungsfälle im Fernverkehrssegment ab", so Mercedes. Denn gut 64% aller Fahrten sind kürzer als 50 km, 26% der Fahrten betragen 50 und 200 km. In einem solchen Touren-Muster können die E-Lkw in der Nacht "auf dem Hof" wieder aufgeladen werden. Viele Einzel-Unternehmer haben aber gar keinen Hof.