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Stahl wird wieder teurer

Emissionseinsparungen treiben den Stahlpreis

Der Stahlpreis wird steigen. Bildquelle: Pixabay
Stahl wird in den nächsten Jahren wieder teurer werden. Denn die Stahlindustrie muss in Zukunft nach Vorgaben der EU ohne CO2-Emissionen produzieren. Dafür sind hohe Investitionen nötig. Ein CO2-Grenzausgleich, der auf Importe aufgeschlagen wird, wird es der europäischen Industrie ermöglichen, Kosten größtenteils an die Kunden weiterzureichen.

Stahl wird in den nächsten Jahren deutlich teurer werden. Denn die EU plant im Rahmen des Green Deal, den CO2-Ausstoß der Industrie auf Null zu senken. Die Stahlindustrie hat mit 22% den größten Anteil an den industriellen CO2-Emissionen der EU. Um die Industrie vor ausländischer Konkurrenz zu schützen, die zu keinen oder nur geringen Minderungen gezwungen wird, plant die EU einen CO2-Grenzausgleich für Stahl, der auf Importe aufgeschlagen und den Exporteuren erstattet wird (FB vom 5.12.2019). Europäische Kunden sind damit gezwungen, die höheren Kosten der CO2-freien Stahlherstellung zu bezahlen.

Stahlproduktion mit Wasserstoff technisch am weitesten fortgeschritten

Die Stahlproduktion mit Wasserstoff statt Kohle ist technisch am weitesten fortgeschritten. Sie wird daher von der Industrie favorisiert. Das erfordert hohe Investitionen. Etwa 100 Mrd. Euro sind EU-weit nötig, um die Stahlerzeugung durch Reduktion mit Wasserstoff CO2-Neutral zu machen (in Deutschland etwa 30 Mrd. Euro) so eine Studie des Unternehmensberaters Roland Berger. Weil Wasserstoff als Treibstoff für Schiffe, Flugzeuge und Lkw genutzt werden kann, wird es in Zukunft wohl wie Erdöl international gehandelt werden.

Nachfrage aus Transportsektor hält Wasserstoffpreis hoch

Die Nachfrage aus dem Transportsektor wird den Preis hochhalten. Mit Wasserstoff hergestellter Stahl wird daher um 36% bis 100% teurer. Damit rechnen das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie und der europäische Stahlverband Eurofer unabhängig voneinander. Die Stahlhersteller können geringere Kostensteigerungen erreichen, indem sie eine eigene Wasserstoffproduktion aufbauen. Der Stahlkonzern Salzgitter will mit dem Salcos genannten Prozess seine Stahlerzeugung CO2-frei machen und eine erste Wasserstoffproduktion für seine Stahlerzeugung schon Ende des Jahres starten.

CCS wäre günstiger, ist aber in Deutschland nur schwer realisierbar

Wesentlich günstiger als die Stahlproduktion mit Wasserstoff ist das Abspalten und Einlagern des CO2. Das sogenannte CCS (Carbon Capture and Storage) in Verbindung mit schon verfügbaren neuentwickelten Hochofenprozessen würde die Stahlpreise nur um 9% bis 16% erhöhen. Diese Technik ist aber weniger weit entwickelt und die Emissionen können damit noch nicht ganz auf null reduziert werden. In Deutschland ist CCS nur schwer zu realisieren. Die Bundesregierung hat 2012 den Ländern im CCS-Gesetz ermöglicht, die Kohlenstoff-Speicherung zu verbieten. Das haben gerade die norddeutschen Länder getan, die dafür geologisch besonders geeignet wären.

Fazit: 1974 war es die SPD zusammen mit den Gewerkschaften, die die Belastbarkeit der Unternehmen testen wollten. Heute übernimmt das die EU.
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