Erstmals keine Gebote für Offshore-Wind-Ausschreibungen
Die durch Abschattungseffekte sinkenden Erträge haben dazu geführt, dass es keine Gebote für Offshore-Windkraft gab. Am ersten August sollten zwei Flächen in der Nordsee mit 2 GW und 0,5 GW in einer Auktion vergeben werden. Es gab aber kein Gebot. Nun sollen die Flächen am 1. Juni 2026 erneut verauktioniert werden. In der Spitze 2023 haben Energieunternehmen wie BP, Total Energies, oder EnBW 2 Mio Euro pro MW Offshoreleistung geboten. Anfang Juni waren es noch 180.000 Euro/ MW. Gewinner war eine Tochtergesellschaft der französischen Total Energies.
Die Flächen werden im Jahr etwa 2.722 bis 2.984 Volllaststunden bieten. Das zeigen Berechnungen des Fraunhofer IWES. Möglich sind in der deutschen Nordsee aber 3.300 bis 4.500 Volllaststunden. Zwar haben verschiedene andere Faktoren auch eine Rolle gespielt, dass es keine Gebote gab. So sind die Projekt- und Kapitalkosten für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen gestiegen. Die Abnahmepreise und -mengen sind durch die langsamer als geplant verlaufende Energiewende (Wärmepumpe, E-Autos, E-Lkw) unsicher. Wichtigster Faktor ist aber, dass die beiden Flächen durch die Abschattung von anderen, westlich gelegenen Windparks einen geringeren Ertrag bieten, als bei Offshore-Wind möglich ist. Die geringeren Erträge führen dazu, dass etwa die gestiegenen Projektkosten nicht einfach finanziert werden können.
Abschattungen vor allem ein Problem in der Nordsee
Auch weitere Windparks, vor allem in der Nordsee, werden von Abschattungen beeinträchtigt. Das Fraunhofer IWES hat errechnet, dass die gesamten Anlagen in der Nordsee, wenn sie wie geplant gebaut werden (70 GW bis 2045), etwa 2,8% weniger Erträge haben werden, als ohne Verschattung möglich wäre. In einzelnen Parks sinkt die Leistung wesentlich stärker. Daher wird der Plan der Bundesregierung, bis 2030 Offshore-Wind mit einer Leistung von 30 GW bis 2030 aufzubauen, vermutlich nicht funktionieren. Das Beratungsunternehmen für Offshore-Windkraft, Deutsche Windguard, rechnet damit, dass 2030 nur Anlagen mit einer Nennleistung von 20 GW gebaut werden.
Fazit: Abschattungen verringern die Leistung deutscher Offshore-Windparks. Sie führen zu weniger Interesse an den ausgeschriebenen Flächen, der Ausbau wird nicht so stark vorankommen, wie geplant.