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USA | Finanzmärkte

Es knirscht mächtig im Gebälk

Die Dollar-Lücke im Finanzsystem ist um 40% größer als zum Lehman Crash. @Picture Alliance
Der momentan spürbare Druck im Finanzsystem lässt sich nicht durch die kurzfristigen Belastungen erklären. Die Gründe bleiben diffus. Eine erneute Finanzkrise wie 2007/8 scheint möglich...

Möglicherweise befinden wir uns bereits mitten in einer neuen Finanzkrise. Und das pünktlich zum 90. Jahrestags des „Schwarzen Freitag" an der New Yorker Börse. Noch versucht die US-Notenbank Fed, die Krise in Schach zu halten. Tatsache ist: Die Fed war in der letzten Woche gezwungen, erneut mit einer großen Liquiditätsspritze das US-Bankensystem flüssig zu halten.

Die Feuerwehraktionen häufen sich. Das muss misstrauisch machen. Bereits Mitte September hatte die New York Fed den US-Banken in drei Tagen rund 225 außerplanmäßige Mrd. Dollar in einer Feuerwehr-Aktion zur Verfügung gestellt. Erste Meldungen nannten lediglich 138 Mrd. Dollar an zwei Tagen. Die Geldmarktsätze unter den Banken waren dabei kurzfristig bis an 10% und damit weit über den Zielsatz für Fed-Funds (1,75%-2%) gesprungen. Die Aktion half aber nur kurz; kurz darauf musste die New York Fed erneut eingreifen. Das Volumen der Ein-Tages-Repos wurde von 75 Mrd. auf 120 Mrd. Dollar aufgestockt, bei länger laufenden Repos in geringerem Umfang (jetzt 45 Mrd. Dollar).

Unklare Ursachen, Mindestvolumina für die Feuerwehrspritzen, Wiedereinstieg in QE

Bei den genannten Volumina handelt es sich der Fed-Mitteilung zufolge zudem um Untergrenzen. Es kann also mehr werden. Schon in der Vorwoche hatte die Fed den Ausstieg aus dem QE-Ausstieg begonnen. Sie beschloss, ab sofort bis auf weiteres monatlich T-Bills (kurzfristige Staatsschulden) im Volumen von 60 Mrd. Dollar anzukaufen. Damit ist klar: Die Feuerwehr-Aktion im September hat die Probleme nicht bereinigt. Der Stress im Finanzsystem ist eher gewachsen.

Diese Lage scheint um so bedrohlicher, als keine klare Erklärung für den Stress greifbar ist. Zunächst (auch von Fed-Offiziellen) genannte Gründe wie ein großer Steuertermin und/oder die Platzierung eines großen Volumens von Staatspapieren am Markt, gehen offensichtlich an der Sache vorbei: Diese einmaligen Belastungen begründen keinen dauerhaften Stress.

Ähnlichkeiten zur Lehman-Krise von 2008 unübersehbar

Festhalten kann man aber: Der Vorlauf zur Krise von 2007/8 war durch ähnliche Liquiditätsprobleme gekennzeichnet. Sie waren durch Schieflagen von Anlageprojekten verursacht worden, die in Zweckgesellschaften mit hohen Fremdkapitalhebeln (namentlich von Morgan Stanley) geführt wurden.

Weitere Informationen

https://www.newyorkfed.org/markets/opolicy/operating_policy_191023

September akut:
https://edition.cnn.com/2019/09/18/business/ny-fed-overnight-lending-rescue/index.html
es bleibt aber unklar, was los ist:
https://edition.cnn.com/2019/09/26/investing/fed-overnight-lending-market/index.html
https://edition.cnn.com/2019/09/19/business/overnight-lending-market-turmoil/index.html

Oktober faktisch die Rückkehr zu QE:
https://edition.cnn.com/2019/10/11/investing/fed-qe-powell-balance-sheet/index.html

FED dreht den Hahn noch weiter auf:
https://edition.cnn.com/2019/10/25/business/overnight-lending-market-federal-reserve/index.html

 

Fazit

Sollten die hier aufscheinenden Risiken schlagend werden, wird sich die Krise schnell ausbreiten. Denn die Dollar-Lücke auf den internationalen Märkten hat sich gegenüber 2007/8 nach IWF-Angaben von einer auf 1,4 Billionen (1.400 Mrd.) Dollar vergrößert.

Empfehlung: Anlageposition abbauen und auf jeden Fall absichern. Lassen Sie sich nicht von den steigenden Börsen einlullen. Die boomen gerade vor allem in Erwartung des sprudelnden Zentralbankgeldes, während die Konjunktur dem entgegen läuft.

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