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Trumps zweite Amtszeit kann auch eine Chancen für Europa sein

EU kann Trumps Dealmaker-Politik nutzen

Donald Trump hat das Amt als US-Präsident angetreten. Viele Beobachter erwarten nun eine unberechenbare Politik, unter der auch Europa leiden wird. Andere Beobachter weisen auf die Chancen hin, die Trumps Politik-Stil öffnet. Sein Ansatz, Deals zu machen, könnte von der EU genutzt werden. Der alte Kontinent muss sich nicht von Trumps Forderungen vor sich hertreiben lassen. Denn auch die USA haben große Schwachstellen.

Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus kann für Europa Chancen sein. Voraussetzung dafür: Die EU muss ihre Interessen klar definiert haben und mit eiskaltem Pragmatismus agieren. Denn trotz einer zu erwartenden teils unberechenbaren Politik bietet Trumps Ansatz, Deals zu machen, grundsätzlich Spielraum für Verhandlungen. 

Deal-Maker: US-Schulden

Ein Ansatzpunkt liegt in der Finanzpolitik und US-Verschuldung. Trumps nominierter Finanzminister Scott Bessent, will die hohen US-Schulden durch den Verkauf sehr langfristiger Staatsanleihen mit “Ultra-Low” Zinsen finanzieren. Solche 50- bis 100-jährigen Anleihen wären für private Investoren wenig attraktiv, könnten aber für Europa eine strategische Chance bieten. 

Als Käufer dieser US-Papiere würde die EU einen wesentlichen Anteil der US-Finanzierung übernehmen. Im Gegenzug könnte sie wertvolle politische Zugeständnisse von den USA aushandeln, so die Überlegungen einiger Beobachter. Die US-Zugeständnisse könnten von Sicherheitsgarantien über die Unterstützung für die Ukraine bis hin zu Vorteilen in der Handelspolitik reichen. Schließlich würde ein Teil der Finanzierung über die Warenmärkte und Unternehmen wieder in die EU zurückfließen (so wie mit China, das lange das US-Defizit finanziert hat, während die US-Verbraucher Waren "Made in China" erworben haben).

Deal-Maker: Geopolitisches Taktieren

In der Außenpolitik könnte Europa die Spannungen zwischen den USA und China für sich nutzen. Trump hat bereits angekündigt, dass er China mit Zöllen belasten will. Eine pragmatische EU-Strategie könnte darin bestehen, sich nicht einseitig auf die Seite Washingtons zu schlagen, sondern durch geschicktes Taktieren und Lavieren die wirtschaftlichen Interessen Europas zu sichern. Gleichzeitig könnten neue transatlantische Abkommen Vorteile bieten, etwa durch einen Verzicht auf Zölle oder sogar die weitere Öffnung des US-Marktes für europäische Produkte.

Diese Chancen sind natürlich mit Risiken verbunden. Eine engere Anbindung an die USA könnte Europas strategische Autonomie gefährden. Ein „Vasallenstatus“, bei dem die EU langfristig die Interessen Washingtons bedient, ist ein ernst zu nehmendes Risiko. Ebenso wäre es für die EU finanziell fragwürdig, die super-lang laufenden "Ultra-low-Staatsanleihen" zu kaufen, um sich auf eine 4-jährige Trump-Amtszeit einzustellen. Die langfristige Fristigkeit solcher Anleihen könnte aber auch zukünftige US-Regierungen in die politische und wirtschaftliche Verpflichtung zu nehmen. 

Fazit: Eine zweite Amtszeit des "Deal-Makers" Trumps könnte die EU stärken, wenn sie geschlossen und pragmatisch handelt. Die größte Herausforderung ist, kurzfristige Gewinne gegen langfristige Abhängigkeiten abzuwägen. Die ersten Reaktionen aus Brüssel auf Trumps Aktionen werden die Richtung weisen.
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