Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
2770
Brüssel will planwirtschaftliche Quote für nachhaltigen Stahl

EU-Kommission erwägt Grünstahl-Quote

Die EU überlegt, Stahlkäufer dazu zu verpflichten, einen Teil der Stahlkäufe als Grünstahl einzukaufen. Das soll die zur Umstellung nötigen Subventionen senken. Für Stahlkäufer könnte eine solche Quote zu einer teuren Belastung werden.

Die neue EU-Kommission wird verbindliche Verbrauchsquoten für grünen Stahl in Erwägung ziehen. Wenn die nächste EU-Kommission personell steht (Anfang November) könnten die Überlegungen schnell konkret werden. Stahlkäufer sollen dem Vernehmen nach dazu verpflichtet werden, einen Teil grünen Stahl einzukaufen. Zunächst könnte die Quote bei 5% liegen. Diese Menge des benötigten Stahls müssten dann emissionsarm hergestellt worden sein. Der Anteil soll dann in den kommenden Jahren steigen.

Trotz hoher Subventionen der Länder dürfte der Grün-Stahl etwa 30% bis 50% mehr kosten als konventioneller Stahl. Insbesondere wegen dieser hohen Kosten fordert der europäische Stahlverband Eurofer die Grünstahlquoten. Der Verband bezweifelt, dass es ohne verpflichtende Abnahmen genügend Abnehmer für den nachhaltigen Stahl geben wird. Die EU könnte mit der Quotenregelung zugleich die Subventionen für grün erzeugten Stahl senken.

Hohe Nachfrage von Unternehmen mit Dekarbonisierungs-Strategie erwartet

Die Stahlkunden befürchten dagegen, dass es zu wenig grünen Stahl geben wird, um die Quoten zu erfüllen. Der deutsche Auto und Zulieferverband VDA ist der Ansicht, dass die Nachfrage durch viele Unternehmen vorhanden ist, weil die ihre Lieferkette dekarbonisieren wollen. Daher setze eine Quotierung an der falschen Stelle an. Schließlich fehle nicht die Nachfrage, sondern das Angebot. 

Ähnlich sieht es der Maschinenbauverband VDMA. Eine Grünstahl-Quote drohe zu Abnahmegarantien für Stahlhersteller zu werden, wenn die produzierten Mengen zu niedrig sind. Dann wird der Preis für Grünstahl weit über die Kosten hinaus anziehen. Die Quoten werden über die höheren Preise die weltweite Konkurrenzfähigkeit der Maschinenbauer verringern.

Fazit: Planwirtschaftliche Quoten für grünen Stahl bedrohen die internationale Konkurrenzfähigkeit wichtiger Industrien. Da viele Unternehmen an einer emissionsfreien Lieferkette arbeiten, wird es auch ohne eine Quote einen Markt für Grünstahl geben. Auf dem wird sich schnell ein Marktpreis bilden.

Hinweis: Die Überlegungen der EU-Kommission decken sich weitgehend mit Planungen von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), der eine Quotenregelung für Grünstahl in Deutschland einführen will.

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt V in KW 24: Woche im Marktsturm

Spiekermann, LGT und Berenberg vorn

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das fünfte FUCHS Performance-Projekt steht im Zeichen einer breiten Marktkorrektur. Fast alle Depots verlieren an Wert, doch einige Vermögensverwalter behaupten sich besser als das Benchmarkdepot. Entscheidend ist nicht mehr die Rendite, sondern die Stabilität. Wer Risiken begrenzt, hält Anschluss oder gewinnt relativ. Für Anleger zeigt sich klar, welche Strategien auch unter Druck funktionieren und welche ins Hintertreffen geraten. Der Wettbewerb wird jetzt über Disziplin entschieden.
  • Fuchs plus
  • Stoppt El-Nino den Zuckerpreisverfall?

Zuckerpreise im freien Fall

Der globale Zuckerpreis befindet sich seit Monaten im Abwärtstrend. Das hohe Angebot drückt den Preis. Jetzt könnte das Wetterphänomen El-Nino den Preisverfall stoppen. FUCHS-Devisen zeigen Anlagechancen auf.
  • Fuchs plus
  • Indische Rupie: Mittelfristige Chancen trotz aktueller Herausforderungen

Potenzial und Risiken der Rupie im Fokus

© caifas / stock.adobe.com
Trotz aktuell gemischtem Bild hat die Indische Rupie mittelfristig gute Chancen. FUCHS-Devisen erläutern die Hintergründe und zeigen Anlagechancen auf.
Zum Seitenanfang