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Flottengrenzwerte: Kosten für Europäer und Gewinne für Chinesen

Europäische Autohersteller könnten 2025 chinesische Hersteller subventionieren

Die europäische Regelung der Flottengrenzwerte für Auto-Anbieter in der EU hat eine unerwünschte Nebenwirkung für europäische Hersteller: Sie müssen künftig wohl die chinesischen Wettbewerber subventionieren.

Der Subventionsstreit der EU mit China über die E-Autos kann 2025 eine paradoxe Wende nehmen: Europäische Autohersteller könnten Geld an die Chinesen zahlen. Hintergrund sind die EU-Flottengrenzwerte für Autohersteller, die in Europa verkaufen. Derzeit liegen sie noch bei 116g CO2 pro Kilometer (bzw. etwas mehr für größere Fahrzeuge). Der Wert wird im Schnitt über alle angebotenen Fahrzeuge eines Unternehmens berechnet. Ab 2025 wird der Grenzwert verschärft, auf nur noch 93,6g/ km. Das entspricht einem Anteil von E-Autos am gesamten Verkauf von 20% bis 25%. Die E-Auto Marktanteile liegen in der EU derzeit bei um die 14%.

Es drohen hohe Geldstrafen bei Nichteinhaltung der Zeit-Ziele

Viele Autohersteller liegen zur Zeit noch weit über den Grenzwerten des kommenden Jahres. VW erreicht derzeit etwa 123g CO2 pro km, Ford 125g/ km. Stellantis, mit Marken Opel, Peugeot, usw. (113g/ km) und Renault (114 g/km) sind näher dran. Mit neuen, kleinen E-Modellen  will Stellantis 2025 die Ziele erreichen. Auch Hyundai (108g), BMW (106g) und Toyota (105g) müssen noch an ihrer Modellpolitik arbeiten, um die Vorgaben einzuhalten. 

Gelingt es den Herstellern nicht, verlangt die EU Geldstrafen. Diese können für große Anbieter bei mehreren hundert Mio. Euro liegen. Der europäische Autoverband ACEA geht davon aus, dass die Strafen für die europäischen Autohersteller 2025 insgesamt 16 Mrd. Euro betragen könnten. Alternativ können die Hersteller Pools mit anderen Autoanbietern bilden, die unter den Grenzwerten liegen.

Chinesische Autohersteller können mehrere hundert Millionen Euro von Europäern erhalten

Die chinesischen Konkurrenten könnten so von Zahlungen in Höhe mehrerer hundert Millionen Euro von europäischen Herstellern profitieren. 2023 erhielt Tesla knapp 1,8 Mrd. Euro, damit seine Emissionen zusammen mit anderen Herstellern berechnet werden. Die chinesischen Anbieter Geely (Volvo, Polestar, usw.), SAIC mit der Marke MG und BYD liegen schon jetzt unter den EU-CO2-Vorgaben für 2025 und können für das Pooling mit europäischen Marken ordentliche Einnahmen erzielen.

In einer Last-Minute-Initiative versuchen die italienische, die tschechische und die deutsche Regierung nun, die Grenzwerte zu verändern. Ursprünglich war geplant, dass die Flottengrenzwerte 2026 geprüft werden. Nun soll die Prüfung vorgezogen werden. Wenn die Grenzwerte in Folge der Prüfung auf 2026 oder 2027 verschoben werden, können die europäischen Hersteller diese einhalten.

Nicht alle Hersteller wollen die Verschiebung

Allerdings gibt es auch Gegner einer Verschiebung. Stallantis-Chef Carlos Tavares wirft den Konkurrenten eine verfehlte Produktplanung vor. Umwelt-NGOs wie T&E halten unveränderte Grenzwerte für wichtig, damit die Autohersteller Fahrzeuge mit niedrigeren Emissionen auf den Markt bringen. Auch die EU-Kommission hat die Einhaltung der Verschärfung 2025 vor wenigen Tagen verteidigt.

Fazit: Eine Verschiebung der Flottengrenzwerte ist nicht wahrscheinlich – dazu fehlt der Konsens in der EU. Europäische Autohersteller werden daher wohl Gelder an chinesische Konkurrenten Zahlen, die andererseits wieder mit Extra-Zöllen belegt werden.
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