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EU schafft gesetzlichen Rahmen für Rohstoffsicherung

Europäischer Bergbau soll wiederbelebt werden

Mining © Sergei Dvornikov / stock.adobe.com
Rohstoffsicherheit ist für viele Unternehmen eine große strategische Herausforderung. Die Europäische Union schafft nun sinnvolle Rahmenbedingungen. Wichtig ist nun, dass diese nicht durch nationale Hürden konterkariert werden. Dafür gibt es durchaus Anzeichen.

Die heimische Rohstoffförderung soll neu aufleben. Denn um die politisch angestrebten Ziele bei der Energiewende und der Elektromobilität zu erreichen, sind viele Metalle wie Kupfer, Nickel, Zink oder Kobalt nötig. Dafür ist Europa auf ausländische Partnern und eine effiziente Kreislaufwirtschaft angewiesen. Vor allem aber braucht Europa einen eigenen Bergbau. Der war im internationalen Vergleich lange Zeit viel zu teuer. Durch die wirtschaftliche Ost-West-Blockbildung ändert sich nun die Situation.

EU schafft günstige Rahmenbedingungen

Die Europäische Union schafft aktuell sinnvolle Rahmenbedingungen zur Rohstoffsicherung. Der neue EU-Vorschlag für ein Gesetz zu kritischen Rohstoffen (Raw Materials Act) fördert die Rohstoffgewinnung, -aufbereitung und das Recycling. Ein Rohstoffclub solle neue internationale Partnerschaften auf- und bürokratische Hürden abbauen. Die heimische Gewinnung und Rohstoffeffizienz soll gefördert werden. Dabei sei erfreulich, dass die EU auf tiefgreifende Eingriffe in Unternehmensentscheidungen verzichte, so VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

Die Bundesregierung will bei der Rohstoff-Strategie von Japan lernen. Hintergrund: Japan ist eng mit der chinesischen Wirtschaft verflochten. Eine Entkoppelung ist für Nippon (so wie für Deutschland) illusorisch. Japan hat dafür aber schon gute Lösungen entwickelt. Das Land hält bei kritischen Rohstoffen eine Reserve vor. Ein Staatsfonds investiert in Bergbauunternehmen weltweit. Wer kritische Güter importiert, ist verpflichtet Auskünfte über Lagerbestände zu geben. Dadurch können mögliche Engpässe frühzeitig erkannt werden. Wer Rohstoffproduktionen in anderen demokratischen Staaten aufbaut (Friendshoring), wird von der japanischen Regierung besonders gefördert.

Ökologisches Gewissen der Europäer hat einen wirtschaftlichen Realitäts-Check nötig

Um die Rohstoffsicherheit langfristig zu gewährleisten, brauche es aber auch einen Mentalitätswechsel. Diese Botschaft nehmen FUCHSBRIEFE vom Zukunftstag Mittelstand des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) mit. Gesetzesakte nützen wenig, wenn die Gesellschaft und Politik dem Abbau heimeischer Rohstoffe extrem kritisch gegenüber stehen. Das hohe ökologische Gewissen der Europäer müsse darum einem wirtschaftlichen Realitätscheck unterzogen werden.

Das Bundeswirtschaftsministerium droht aber in die falsche Richtung zu laufen. Die Behörde erarbeitet aktuell eine Modernisierung des Bergbaurechts. In einem Eckpunktepapier heißt es dazu: „Heimischer Bergbau ist dann den Rohstoffimporten vorzuziehen, wenn er zu besseren ökologischen und sozialen Standards führt und die Resilienz von Lieferketten stärkt.“ Wirtschaftsverbände fürchten nun, dass zu hohe Standards eine Renaissance des Bergbaus in Deutschland verhindern.

Bergbaupotenziale in Deutschland

In Deutschland lagern vor allem Sand und Kies, gebrochene Natursteine, Kalk- und Mergelsteine sowie verschiedene Industrieminerale (Steinsalz, Kalisalze, Quarzsand/-kies und Flussspat). Zudem gibt es in Deutschland auch Erze, deren Metallgehalt aber vergleichsweise niedrig ist. Diese sind daher maximal als Zuschlagstoff geeignet, so die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Zudem gibt es in kleineren Mengen Metalle wie Kobalt und Lithium in deutschen Böden (FB vom 26.07.2021).

Lagerstätten in Europa

Möglichkeiten für Bergbau gibt es überall in Europa. Sehr aussichtsreich sind die Vorkommen in Skandinavien. In Schweden wurde Anfang 2023 eine riesige Lagerstätte seltener Erden (Schätzung 1 Mio. t) ermittelt. Im norwegischen Gewässer wurden jüngst größere Mengen an Zink (45 Mio. t), Kupfer (38 Mio. t), Magnesium (24 Mio. t), Kobalt (3,1 Mio. t) und weitere entdeckt. Die Eisenvorkommen in Finnland sind beinahe erschöpft - Kupfer, Nickel, Zink, Gold und Chrom können hier aber noch gewonnen werden.

Auch in Osteuropa gibt es Potenziale. So sind Polen und Bulgarien bereits heute große Kupferförderer. In Bulgarien gibt es zudem noch interessante Goldvorkommen. In Südeuropa wiederum gibt es Potenziale in Spanien (Eisen, Zink, Blei, Seltene Erden, Silber) und Italien (Eisen, Zink, Kalisalze, Quecksilber). 

Fazit: Die EU will den Bergbau beleben und damit eine wichtige Säule der Rohstoffsicherung hochziehen. Die Bundesregierung scheint mit Fokus auf Umweltschutz weiter zu bremsen. Geschäftschancen dürften sich aufgrund der Lage der Vorkommen ohnehin eher außerhalb Deutschlands ergeben.
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