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Digitalisierung nur mit nicht-europäischen Anbietern

Europas Technologie-Abhängigkeit nimmt zu

Die Abhängigkeit deutscher Unternehmen von außereuropäischen Anbietern hat in den vergangenen Jahren weiter zugenommen. Besonders in einem wichtigen Zukunftsbereich ist die Entwicklung besonders dramatisch.

Die Abhängigkeit deutscher und europäischer Unternehmen von außereuropäischen Digital-Anbietern nimmt zu. Das zeigt eine Studie des ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. 

Über 80% (84% der Unternehmen aus dem Sektor IT/ Software und 80% aus dem verarbeitenden Gewerbe) sehen sich abhängig von Anbietern außerhalb Europas. Gerade in besonders kritischen Bereichen (z.B. Anwendungssoftware, IT-Sicherheitstechnik) ist die Abhängigkeit seit der letzten Befragung 2021 weiter gestiegen. 

Es fehlt an europäischen Anbietern

Ursache der Abhängigkeit ist, dass es für die benötigte Hard- oder Software häufig keine europäischen Alternative gibt. Oder dass die europäischen Alternative technisch nicht ausgereift sind. Besonders problematisch ist, dass Europa auch im Zukunftsbereich KI den Anschluss verliert. 2021 sahen hier erst 13% der Unternehmen eine Abhängigkeit. Jetzt sind es 30% bei generativer KI wie Chat GPT und 22% bei den restlichen KI-Anwendungen (z.B. Machine Learning).  

Deutsche Unternehmen halten Datensouveränität für wichtig. Datensouveränität bedeutet, die digitale Transformation selbstbestimmt gestalten zu  können  Zentral für die Unternehmen ist die Hoheit über die von ihnen produzierten und genutzten Daten (uneingeschränkte Besitz und Nutzung der Daten). 

Datensouveränität ist wichtig

Von einigen Anbieter wird diese Datensouveränität aber eingeschränkt. In der Softwareindustrie gibt es häufig Monopole, bei denen ein Anbieter über dominierende Marktanteile verfügt (z.B. Google bei der Internetsuche). Das verstärkt das Problem, weil ein Monopolanbieter seine Rechte gegenüber seinen Kunden stark ausweiten kann. Die Unternehmen befürchten Datenklau und neue Konkurrenten, die mit den Daten, deren Hoheit sie verloren haben, aufgebaut werden. Ein weiteres Problem ist der Datenschutz. Die strengen DSGVO-Anforderungen führen dazu, dass die Verarbeitung von Daten außerhalb der EU fast automatisch zum Verstoß gegen das Gesetz führt.

Fazit: Die Datensouveränität in Europa geht zurück, die Abhängigkeit von Unternehmen aus dem Ausland nimmt zu - insbesondere in zentralen Bereichen (KI). Für die Unternehmen ist das ein bedeutender Unsicherheitsfaktor.
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