Aserbaidschan profitiert vom Iran-Krieg
Aserbaidschan könnte zu den großen Gewinnern des Iran-Krieges gehören. Das Land liegt geografisch genau zwischen Europa, Russland, dem Nahen Osten und Zentralasien. Dadurch wird es wichtiger für Energie, Handel und Luftverkehr.
Am Himmel wird der Bedeutungszuwachs bereits sichtbar. Der Luftraum über Iran ist für viele internationale Airlines unsicher geworden. Darum verschieben sie Flugrouten nach Norden. Der Kaukasus wird zu einem zentralen Korridor zwischen Europa und Asien. Aserbaidschan, das direkt auf dieser Route liegt, gewinnt dadurch strategische Bedeutung als Transitraum für den internationalen Luftverkehr.
Gas aus dem Kaspischen Meer
Noch wichtiger ist Aserbaidschans Rolle als Energielieferant für Europa. Schon seit einigen Jahren fließt Gas aus dem Kaspischen Meer über den südlichen Gaskorridor nach Europa. Diese Pipelineverbindung führt über Georgien und die Türkei bis nach Südeuropa. Sie wurde nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ausgebaut.
Der Konflikt im Iran erhöht das Momentum. Jede Instabilität im Nahen Osten erhöht den Druck auf Europa, alternative Energiequellen zu sichern. In dieser Situation gewinnt Aserbaidschan als Lieferant an Gewicht. Für Baku bedeutet das höhere Einnahmen aus Gasexporten und eine gestärkte politische Rolle gegenüber europäischen Partnern, die an stabilen Energiebeziehungen interessiert sind.
Der sogenannte „Mittlere Korridor“
Auch für den Handel wird das Land zu einem zentralen Knotenpunkt. Der "mittlere Transportkorridor" zwischen Europa und Asien führt über das Kaspische Meer, den Südkaukasus und Zentralasien. Die Bedeutung dieser Route steigt. Häfen, Eisenbahnen und Logistikzentren in Aserbaidschan werden damit wichtiger für den Güterverkehr zwischen Europa und Asien und für europäische Unternehmen, die nach Alternativen zu klassischen Routen über Russland oder den Nahen Osten suchen.