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Steigender Eurokurs

Export bleibt cool

Obwohl der Eurokurs deutlich zugelegt hat, sind keine Einbrüche bei der Auftragslage ins Ausland zu erwarten. Dennoch werden etliche Unternehmen am raschen Kurs-Wechsel des Dollar leiden.
Der Eurokurs steigt deutlich an, die Börse fällt – und dennoch herrscht „Euphorie“ (FAZ) in Deutschlands Chefetagen. Der jüngste ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland zeigt Rekordwerte. Der Wechselkurs scheint für den Außenhandel keine Rolle mehr zu spielen. Selbst in Drittstaaten außerhalb des Euroraumes, die für 62% der Exporte stehen, brummt die Auftragslage. Mit zunehmenden Freihandel schwindet der Einfluss des Wechselkurses auf die deutschen Exporte. „Viele Unternehmen bepreisen ihre exportierten Güter häufig anhand des Preisniveaus im Abnehmerland und weisen Preise in der dortigen Währung aus“, erläutert uns Galina Potjagailo, die am Prognosezentrum des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel auf das Thema spezialisiert ist. Doch Vorsicht! Die alte Weisheit, dass ein steigender Eurokurs den Export belastet, hat nicht ganz ausgedient. Das zeigt sich allerdings erst auf den zweiten Blick – und wird erst in einigen Monaten in den Statistiken sichtbar werden. Das wird aber von der aufwärtsgerichteten Weltkonjunktur sowie dem wieder lebhafteren Welthandel überkompensiert werden. Geholfen hat der deutschen Wirtschaft das hohe Preisniveau, mit dem die D-Mark in den Euro getauscht wurde. Obwohl der Euro zum Jahresbeginn 2002 nur rund 88 US-Cent wert war und im Juli 2008 etwa 1,57 Dollar kostete – nahezu eine Wertverdoppelung innerhalb von sechs Jahren, berührte das die deutschen Ausfuhren kaum (siehe Grafik). Sie steigen nicht nur wertmäßig an. Es stieg auch der Anteil an den Ausfuhren in Drittländer kräftig an. Lag der Anteil des Euroraums zu D-Mark-Zeiten bei 55% und zur Euroeinführung noch bei 47%, beträgt er jetzt noch 38%. Nach der Finanzkrise gab der billige Euro aber noch mal einen zusätzlichen Schub. In D-Mark-Zeiten hätte deren Außenwert steigen müssen. Die EZB aber orientiert sich an den schwächsten Gliedern im Euroraum. Und beflügelt so die deutschen Exporte. Eine Aufwertung hat zwar keine Auswirkungen auf die Exporte, aber auf die Gewinne der Unternehmen. Deren Margen schrumpfen. Sie schließen oft längerfristige Wetten auf die Wechselkursbandbreite ab. Wird diese durchbrochen, wie jüngst unterhalb von 1,15, kostet das Geld. Solange, bis die Wette ausläuft und eine neue eingegangen werden kann. (Oft kleinere) Unternehmen, die überhaupt nicht absichern, können schnell große Summen verlieren, die ruckzuck einen Jahresgewinn verschlingen. Zugleich wird für Ausländer, die 54% am DAX halten, der Kauf deutscher Firmenanteile teurer – und ein Verkauf zum richtigen Zeitpunkt lohnt sich. Deshalb reagiert auch der DAX so deutlich.

Fazit: Ganz ohne Folgewirkungen wird der teurere Euro nicht bleiben. Stärker als in der Auftragslage wird sich das in den Unternehmensgewinnen zeigen.

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