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Zinswende

Banken: In der Fristenfalle

Mit Blick auf eine mögliche Zinswende bremsen viele Banken ihre Bereitschaft zur Kreditvergabe.
Im zweiten Quartal 2017 werden Banken auch der „Kleinkundschaft“ vermehrt Negativzinsen (zusätzlich zu Gebühren) abverlangen. Denn die Minuszinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) fressen sich inzwischen kräftig in die Bankbilanzen. Mit jedem Euro, den die Geldhäuser für Kunden vorhalten und über Nacht bei der EZB parken, müssen sie 0,4% Strafzinsen zahlen. Bisher werden diese nur auf sehr große Konten von Unternehmen oder sehr vermögenden Anlegern umgelegt. Viele Geldhäuser rechnen derzeit ihre „cash burn rate“ aus. Wie schnell ist ihre Liquidität verbraucht? Die Ergebnisse und Prognosen für die nächsten Monate sind derart alarmierend, dass viele Banken im nächsten Jahr die Reißleine ziehen werden. Problematisch für die Geldhäuser ist das paradoxe Verhalten der Verbraucher. Anstatt angesichts der Niedrigzinsen zu konsumieren oder Kredite aufzunehmen, steigen die Sparguthaben bei den Banken an. Das verschärft für die Geldhäuser das Problem der Überschussliquidität, die bei der EZB – mit Negativzins – angelegt wird.   Neben der Gefahr, Kunden zu verprellen, wachsen die Risiken aufgrund steigender Zinsen. Geldhäuser, die heute freigiebig viele Kredite auslegen, gehen ein hohes Risiko ein, morgen in die Fristenfalle zu tappen. Ein Institut, das so wie heute eine kurzfristige Einlage mit Null verzinst und einen langfristigen Kredit zu 1,5% vergibt, kann damit gerade so überleben. Steigen die Zinsen und eine Bank muss für kurzfristige Einlagen dann 0,5% bezahlen, ist langfristig aber weiter gebunden, fällt die Marge schnell auf Null – und darunter.

Fazit: Die Aussicht auf eine Zinswende bremst die Kreditvergabebereitschaft der Geldhäuser, weil sie die Fristenfalle vermeiden wollen. Außerdem sind die Banken praktisch gezwungen, jetzt ihre Marge zu erhöhen. Sie werden diesen Puffer bei steigenden Zinsen für etliche Monate benötigen.  

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