Beherztes Eingreifen in der Bankenkrise
Indiens viertgrößte Bank (Yes Bank) stand akut vor dem Zusammenbruch. Sie wurde in einer gemeinsamen Aktion staatlicher und privaten Banken sowie der Unterstützung durch die Notenbank RBI gerettet. Die beteiligten Banken rekapitalisierten das Institut während die RBI Liquiditätshilfen beisteuerte.
Hintergrund der Krise war eine starkes Anwachsen der notleidenden Kredite. Die waren bei der Yes-Bank per Jahresende auf rund 20% des Kreditbestands gestiegen. Diese Belastung veranlasste wiederum eine wachsende Zahl von Kunden, ihre Konten zu räumen. Die Kundeneinlagen schrumpften innerhalb weniger Monate um mehr als ein Drittel. Zwischen diesen beiden Mühlsteinen „Abzug der Mittel“ und „Erosion des Kreditportfolios“ schmolz die Kapitalbasis. Per Ende Dezember war das Kernkapital auf ganze 0,6% geschrumpft.
Angst vor Ansteckung
Die relativ zügige Bereinigung und das Engagement der RBI ist vor allem auf die Furcht vor Ansteckungseffekte zurückzuführen. Indiens Banken werden insgesamt mit steigenden Quoten notleidender Kredite konfrontiert. Die sind für die Aufsicht nur schwer zu kontrollieren, da nach wie vor ein großer Anteil der Finanzierungen über informelle, traditionelle Institutionen abgewickelt wird - also über weitgehend unkontrollierte Schattenbanken.