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Risikobereitschaft steigt

Börse: Trügerische Kurserholung

An der Börse sind mal wieder die Auswirkungen der Politik sichtbar. Die Risikobereitschaft an den Märkten steigt wieder an. Das ist dem Abklingen politischer Spannungen zu verdanken.
Mit dem Abklingen politischer Spannungen kehrt die Risikobereitschaft schnell an die Märkte zurück. Nachdem eine Eskalation im Nordkorea-Konflikt vorerst abgewendet ist, greifen Investoren bei Aktien auf breiter Front wieder zu. Das zeigt uns, dass weiterhin genügend Geld an der Seitenlinie steht, welches nach Anlagemöglichkeiten sucht. Bereits am Freitag deutete sich ein kurzfristiges Ende der Korrekturbewegung an. Zwar rutschte der DAX zunächst noch, wie von uns erwartet, in Richtung der Marke von 11.900 Zählern. Doch nach einer Kurskorrektur von gut 8% – gemessen am Allzeithoch Ende Juni – und knapp oberhalb der 200-Tage-Linie, tauchten erste Schnäppchenjäger auf dem Börsenparkett auf.

Sicherheitsanlagen abgestoßen

Genauso schnell, wie sich die Aktienkurse erholten, wurden klassische Sicherheitsanlagen zurückgefahren. Dem Goldpreis blieb der Sprung über die Widerstandsmarke bei 1.300 US-Dollar verwehrt. Anleihen, gemessen am Bund Future, kamen ebenfalls wieder leicht unter Druck. Wir meinen: Der neuerliche Optimismus ist kurzfristig und trügerisch. In den USA haben wir bislang nur ein Korrektürchen gesehen. Mit dem nahenden Ende der Berichtssaison fehlen in nächster Zeit wichtige Kurs-treiber. Europäische Aktien sind zwar vergleichsweise günstiger bewertet als ihre US-Pendants. Einer stärkeren Korrektur an Wallstreet dürfte sich der hiesige Aktienmarkt jedoch nicht entziehen. Die geopolitischen Spannungen zwischen Nordkorea und den USA sind noch nicht vom Tisch. Das Thema kann jederzeit wieder hochkochen. Das würde die Volatilität auf den Märkten erneut steigen lassen. Allerdings erwarten wir keine heiße Eskalation des Konflikts, in den die Großmächte involviert wären. Anhaltende Effekte für die Märkte gehen davon nicht aus. Noch steht die Kurserholung also auf tönernen Füßen. Die dünnen Handelsumsätze während der Sommermonate begünstigen zudem einen Anstieg der Kursschwankungen. Der Kursbereich um die 200-Tage-Linie im DAX dürfte in den kommenden Wochen erneut auf seine Belastbarkeit getestet werden. Gelingt hier eine Bodenbildung, finden sich also auf diesem Kursniveau vermehrt Kaufinteressenten, dürfte es allerdings spätestens im Herbst wieder nach oben gehen. Anderenfalls wird sich die Sommerkorrektur weiter ausdehnen.

Kaufbereit bleiben

Liquiditätspolster für stärkere Kursrückgänge zurück zu behalten, ist in der momentan fragilen Marktlage keine schlechte Idee. Vor allem der US-Markt besitzt noch größeres Korrekturpotential. Kommen dort die Aktienkurse stärker ins Rutschen, könnte auch der volatilere DAX bis auf rund 11.000 Zähler durchgereicht werden.

Fazit: (Erst) Zwischen 11.000 und 11.500 DAX-Punkten bieten sich in den kommenden Wochen erste Schnäppchenkäufe an.   

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