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Der Palladium-Preis explodiert förmlich

Das Organisierte Verbrechen verdient prächtig mit

Palladium wird vor allem für Katalysatoren in der Autoindustrie benötigt. ©Picture Alliance
Der Palladiumpreis hat Rekordhöhen erreicht. Treiber ist die Automobilindustrie. Vor allem China benötigt derzeit das Industriemetall. Doch noch eine andere "Institution" wird von den hohen Preisen angelockt.

Die hohen Preise für Industrierohstoffe locken das Organisierte Verbrechen an. Metallrecycling ist lohnend, seitdem etwa der Preis für Palladium ungebremst noch oben geschossen ist. In London haben sich nach Angaben der Polizei im vergangenen Jahr die Diebstähle von Convertern aus hochwertigen Kraftfahrzeugen mehr als verdoppelt. Diese Komponenten enthalten vergleichsweise hohe Mengen an Palladium, das in den Abgasanlagen verbaut ist. Es werden teilweise nur die Converter, in vielen Fällen aber auch die kompletten Fahrzeuge zur Rückgewinnung des Palladiums gestohlen.

Kaum ein anderes Industriemetall erlebt seit geraumer Zeit einen Preisauftrieb wie Palladium. Von Anfang Januar 2019 bis Anfang Januar dieses Jahres hat sich der Palladium-Preis von rund 1.300 auf 2.100 US-Dollar je Unze erhöht. Damit ist Palladium inzwischen deutlich teurer als Gold.

Chinas Autoindustrie als Hauptabnehmer

Der Hauptgrund für diesen fast explosiven Preisauftrieb ist der Bedarf an Palladium in der chinesischen Automobilindustrie. Für die chinesischen Autobauer werden in diesem Jahr deutlich verschärfte Emissionsbegrenzungen eingeführt. Sie  zwingen die Hersteller dazu, vor allem zusätzlich Palladium für die Converter in den Kraftfahrzeug-Abgasanlagen einzusetzen.

Mehr als die Hälfte des Weltverbrauchs von Palladium wird für die Reduzierung der schädlichen Abgase von Benzinmotoren in Kraftfahrzeugen verwandt. Im übrigen wird Palladium auch in der Elektronik, in der Zahntechnik, in der Chemie, in der Abwasser-Aufbereitung und für Brennstoffzellen sowie hochwertigen Schmuck benötigt. In den meisten Fällen sind es jedoch nur sehr kleine Mengen.

Titan könnte als Ersatz-Rohstoff an Bedeutung gewinnen

Hauptproduzent von Palladium ist das russische Unternehmen Norilsk. Es hat einen Weltmarktanteil von gut 40%. Andere Produzentenländer sind im wesentlichen Südafrika, die Vereinigten Staaten und Kanada. Die lang anhaltenden Schwierigkeiten mit der Stromversorgung in Südafrika haben dort allerdings inzwischen zu beträchtlichen Lieferschwierigkeiten geführt.

Am Londoner Metallmarkt wird erwartet, dass der Preisauftrieb für Palladium wohl noch einige Monate anhalten dürfte. Dabei wird von einzelnen Händlern darauf gesetzt, dass Titan als Palladium-Ersatz an Bedeutung gewinnen könnte, weil Titan inzwischen deutlich billiger ist und zugleich am Weltmarkt in ungleich größeren Mengen verfügbar ist. Damit aber könnte Titan den Palladium-Preisauftrieb stoppen.

Fazit: Wer Palladium kauft, sollte vorsichtig sein. Im Metallhandel sollten Sie nach Möglichkeit auf einen Herkunftsnachweis bestehen. Beispielsweise für die handwerkliche Schmuck-Produktion oder kleinere industrielle Verwendungen.

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