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2018
Neue Verfahrensarten revolutionieren die Chemie-Industrie

Chemie ohne Erdöl

Neue Technologien ermöglichen die Herstellung von Chemikalien ohne Erdöl oder Erdgas. Siemens und Evonik testen eine neuartige Anlage, die aus CO2, Wasser und Strom verschiedene Chemikalien herstellt. Eine andere Möglichkeit sind Mikroreaktoren, die Sonnenlicht direkt nutzen. Das Einsparpotenzial an fossilen Grundstoffen ist bedeutend.

Chemikalien aus CO2 statt aus Erdöl – das kann schon bald „in Serie" gehen. Siemens und Evonik testen eine neuartige Anlage, die das kann. Dort wird mit Strom aus CO2 und Wasser ein Synthesegas hergestellt. Es besteht aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Der zweite Teil der Anlage ist ein Bioreaktor. Darin nutzen spezielle Mikroorganismen das Synthesegas, um Chemikalien zu produzieren.

Die Testanlage wird ab Anfang 2020 die Chemikalien Butanol und Hexanol herstellen. Butanol ist ein Lösungsmittel für Lacke, dient als Weichmacher und kann auch als Kraftstoff verwendet werden. Hexanol ist ein Lösungsmittel für Kohlenwasserstoffe und dient als Vorprodukt zur Herstellung von Reinigungsmitteln. Mit dem Verfahren können noch viele weitere chemische Grundstoffe hergestellt werden. Je nach genutzten Bakterienstämmen im Bioreaktor.

Ein anderer Weg zur erdölfreien Chemieproduktion sind Mikroreaktoren, die mit Sonnenlicht arbeiten. Diese werden an der TU Eindhoven und am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam erforscht. Feinchemikalien und pharmazeutische Wirkstoffe können damit günstig hergestellt werden. Die Produktion verläuft aber nicht gleichmäßig, weil sie der Sonnenbestrahlung folgt. Das ist eine Herausforderung für die Weiterverarbeitung.

Fazit: Die Chemieindustrie entwickelt neue Techniken, um CO2-frei produzieren zu können. Wenn diese sich durchsetzen, wird die Nachfrage nach fossilen Energieträgern merklich zurückgehen.

Hinweis: Derzeit gehen etwa 15% des in Deutschland genutzten Erdöls und 12% des Erdgases in die Chemieindustrie. Die Hälfte davon wird jeweils als Rohstoff genutzt, die andere Hälfte energetisch. In den Zahlen zeigt sich perspektivisch das Einsparpotenzial.

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