Den Scheichs geht das Geld aus
Die Golfstaaten leiden unter dem niedrigen Ölpreis. Es geht an die Ersparnisse.
Saudi-Arabien, Bahrain und der Oman steuern auf finanzielle Probleme zu. Grund sind die anhaltend niedrigen Ölpreise. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Fonds hat untersucht, wie sich der anhaltende Preisverfall auf die Haushaltssituation verschiedener Länder auswirkt. Besonders Saudi-Arabien sieht der IWF als gefährdet an. Die Finanzreserven des Landes würden 2020 aufgebraucht sein, wenn es nicht zu weitgehenden Reformen und Einsparungen kommt. Derzeit hat Saudi-Arabien ein Haushaltsdefizit von rund 20% vom BIP. Damit versucht die Regierung, die preisbedingten Einnahmeausfälle zu kompensieren. 2014 lag das Defizit noch bei 3%. Die Regierung in Riad hat bereits angekündigt, im Haushalt Einsparungen vorzunehmen. Dennoch erwartet der IWF, dass das Defizit auch im kommenden Jahr bei um die 20% liegen wird. Ähnliche Probleme wie Saudi-Arabien prognostiziert der IWF Bahrain und dem Oman. Entwarnung gibt der Fonds dagegen für die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait. Sie seien noch sehr lange in der Lage, ihre Ausgaben durch die aufgebauten Reserven zu decken.
Fazit: Die Golfstaaten konnten den Verfall der Ölpreise bisher durch gesteigerte Staatsausgaben kompensieren. Diese Strategie ist nicht durchhaltbar. Also werden die Staaten kürzer treten müssen. Deutsche Unternehmer in der Region und die Exportwirtschaft sollten sich darauf einstellen.