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Paukenschlag von BW in Fernost

E-Auto-Testmarkt China

China wird zum Testmarkt für Elektroautos deutscher Automobilkonzerne. BMW und Daimler haben erste Schritte mit Joint Ventures auf dem weltweit größten Automarkt getan, VW kommt mit einem Paukenschlag.
China wird zum zentralen Testmarkt für Elektroautos deutscher Automobilkonzerne. BMW und Daimler haben erste, kleinere Schritte mit Joint Ventures auf dem weltweit größten Automarkt getan. VW kommt mit einem Paukenschlag: Ab 2018 sollen 100.000 E-Autos gemeinsam mit der chinesischen Jinanghuai Automobile Group in Ostchina produziert und verkauft werden. Auf Basis der 2016er Zahlen (507.000 neu zugelassene E-Autos und Hybride) würde dies einen Marktanteil von 20% bedeuten. In den nächsten Jahren wollen die Wolfsburger auch mit anderen chinesischen Partnern produzieren. Bis 2025 sind 1,5 Mio. p.a. geplant. Zum Vergleich: In Deutschland sollten 2020 eine Mio. E-Autos und Hybride fahren, höchstens 500.000 werden es.

Gigantische Ausbaupläne

Die chinesische Karte soll nicht nur für VW ein Trumpf auf den Weltmärkten werden. China forcierte aus Umweltgründen E-Autos und Hybride. Die Vorgaben sind drastisch: 8% von etwa 27 Mio. nächstes Jahr in China verkauften PKW sollen darauf entfallen. 2020 sollen es bereits 5 Mio. sein. Aus 800.000 Ladestationen im nächsten Jahr sollen fünf Millionen bis 2020 werden. Neubauten von Immobilien müssen Möglichkeiten zum Aufladen von E-Autos bieten. Zum Vergleich: Deutschland plant bis 2020 rund 15.000 Ladestationen.

Anders als beim Transrapid

Die deutschen Autobauer gehen den umgekehrten Weg wie einst die Bahnindustrie. Die testete jahrelang den Transrapid im Inland, um schließlich zu kapitulieren und das Know how gegen Lizenzgebühren an China zu verkaufen, ohne selbst die Produktion aufnehmen zu können. VW und die anderen testen das Zukunftsauto dagegen in China. Die „Kinderkrankheiten“ können dort in großem Maßstab und niedrigeren Kosten registriert und behoben werden. Gleichzeitig werden die Skaleneffekte der steigenden Stückzahlen zur Basis für künftige Investitionen in Deutschland.

Blaupause für Deutschland

Parallel dazu wird hierzulande weiter entwickelt. Allein in die E-Auto-Technik sollen bis 2020 rund 40 Mrd. Euro investiert werden. Der technische Großmaßstab in China liefert die Blaupause und wird in absehbarer Zeit (10 bis 15 Jahre) auch zum Preisknick und Durchbruch auf den Märkten führen. Chinesische Ausfuhren von E-Autos sind dagegen bis dahin nicht zu befürchten: Der dortige Markt absorbiert die Produktion, andere Normen bilden zudem eine zusätzliche Exportbremse.

Fazit: Ein Lehrbeispiel, wie die Globalisierung zu weltweiten Strategien zwingt. Hoffentlich mit Happy End für die deutschen Autohersteller.

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