Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
791
Rohstoffe

E-Mobilität: Lithium wird hochgejubelt

Die zunehmende E-Mobilität treibt den Lithium-Preis in ungeahnte Höhen. Allerdings wird das Metall zu Unrecht so hochgejubelt.
Der Drang in Richtung E-Mobilität hat einen Lithium-Boom entfacht. Grund: Das silbrig-weiße Metall ist der wichtigste Rohstoff, der zur Herstellung von Batterien verwendet wird. Nachdem der US-Autohersteller Tesla den Bau seiner Giga-Batteriefabrik begonnen hat, ist das Metall extrem gefragt. Die wachsende E-Mobilität macht eine Neubewertung des Lithium-Marktes nötig. Während für eine Laptop-Batterie dreißig Gramm des Metalls benötigt werden, sind es für Auto-Akkus je nach Größe mehrere Kilo. Der neue Tesla-Akku soll bis zu 40 Kilogramm Lithium enthalten. Um die Jahrtausendwende lag der weltweite Bedarf bei rd. 70.000 t pro Jahr. Im Jahr 2015 wurden bereits 175.000 t benötigt. Die Lithium-Nachfrage wird langfristig wachsen. Schätzungen gehen im aktuellen Umfeld von einer jährlichen Steigerung um mindestens 16% p.a. aus. Für 2025 wird der Bedarf bei 775.000 Tonnen prognostiziert. Lieferengpässe dürfte es dennoch nicht geben. Zwar ist die Produktion primär auf Australien, Argentinien und Chile beschränkt. Diese Staaten zeichnen für mehr als 80% der Förderung verantwortlich. Die auf 41 Mio. Tonnen geschätzten Vorräte in Gestein und Salzseen reichen aber für mehr als 200 Jahre – selbst wenn die Expertenschätzungen stimmen, dass sich die Nachfrage vervierfachen und der Anteil der Batterien am Bedarf von 32% auf ca. 50% bis 2021 steigen wird. Lassen Sie sich also nicht von der Lithium-Hysterie anstecken. Unternehmen dürften absehbar keine Probleme haben, sich ausreichend und zu akzeptablen Preisen mit dem Metall zu versorgen. Auch Anleger sollten angesichts des aktuellen Lithium-Hypes zurückhaltend bleiben. Der Preisboom ist übertrieben. Die gigantischen Aktienkurssteigerungen einiger Lithium-Förderer von mehreren 100% werden ein Strohfeuer bleiben. Und obwohl einige Unternehmen Penny-Stocks sind, haben sie Milliardenbewertungen. Hinzu kommt, dass auch Lithium ersetzbar ist. Jüngst hat der Mit-Erfinder des Lithium-Ionen-Akkus einen Akku entwickelt, der anstelle des Metalls auf Glas setzt. Der neue Akku soll sehr schnell aufgeladen werden können, eine hohe Zyklenfestigkeit und deutlich höhere Energiedichte als bisherige Akkus haben. Die Serienproduktion soll in Kürze anlaufen.

Fazit: Die langfristig absehbare Angebots- und Nachfragestruktur spricht dagegen, dass Lithium echten Seltenheitswert bekommt.

Meist gelesene Artikel
  • Deutschland schröpft seine Mittelschicht

Erstklassig nur bei Steuern und Abgaben

Ralf Vielhaber
Die OECD hat neuste Zahlen zur Belastung der Löhne mit Steuern und Abgaben vorgelegt. Und zeichnet da für Deutschland ein in Teilen erschreckendes Bild. Vor allem, wenn man an die Zukunft denkt.
  • Im Fokus: Aktien aus Neuseeland

Lukrative Titel vom anderen Ende der Welt

Auf der Suche nach spannenden Titeln in Neuseeland Copyright: Pixabay
Von Deutschland aus betrachtet, liegt Neuseeland am anderen Ende der Welt. Dieser Tatsache ist es wohl geschuldet, dass neuseeländische Titel bei hiesigen Anlegern kaum eine Rolle spielen. Das ist angesichts lukrativer Unternehmen und Investments ungerechtfertigt. Einige davon stellen wir heute vor.
  • Fuchs plus
  • FXFlat

Der Sieger im Ranking

FXFlat markiert im aktuellen Ranking die Benchmark für Broker. Mit einem hauchdünnen Vorsprung sichert sich der Broker den ersten Platz. Wir gratulieren dazu und sind dgespannt, ob uns der Broker auch im nächsten Jahr eine so tolle Leistung bietet.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die alten Rezepte wirken nicht mehr

Geldpolitik völlig losgelöst

Charles Evans begreift die aktuelle Geldpolitik der Fed als restriktiv. Angesichts der aktuellen Zinsen scheint das eine steile These zu sein. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen jedoch, dass althergebrachte Rezepte ihre Wirkung verloren haben.
  • Fuchs plus
  • Japans Trumpf ist die Schwäche der Anderen

Steuererhöhungen stehen an

Anstehende Steuererhöhungen in Japan werden in Zukunft die Konjunktur belasten. Für den Yen ergibt sich daraus ein trüber Ausblick. Die Stärke des Yen liegt aktuell vor allem in der Schwäche der Anderen.
  • Fuchs plus
  • Die Konjunktur kühlt sich weiter ab

Eurozone liefert schwache Signale

Die Konjunktur innerhalb der Eurozone verliert weiter an Fahrt. Indikator dafür sind die sinkenden Import- und Exportzahlen. Für die Perspektive des Euro zeichnet sich dadurch ein klares Bild.
Zum Seitenanfang