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Rohstoffe

E-Mobilität: Lithium wird hochgejubelt

Die zunehmende E-Mobilität treibt den Lithium-Preis in ungeahnte Höhen. Allerdings wird das Metall zu Unrecht so hochgejubelt.
Der Drang in Richtung E-Mobilität hat einen Lithium-Boom entfacht. Grund: Das silbrig-weiße Metall ist der wichtigste Rohstoff, der zur Herstellung von Batterien verwendet wird. Nachdem der US-Autohersteller Tesla den Bau seiner Giga-Batteriefabrik begonnen hat, ist das Metall extrem gefragt. Die wachsende E-Mobilität macht eine Neubewertung des Lithium-Marktes nötig. Während für eine Laptop-Batterie dreißig Gramm des Metalls benötigt werden, sind es für Auto-Akkus je nach Größe mehrere Kilo. Der neue Tesla-Akku soll bis zu 40 Kilogramm Lithium enthalten. Um die Jahrtausendwende lag der weltweite Bedarf bei rd. 70.000 t pro Jahr. Im Jahr 2015 wurden bereits 175.000 t benötigt. Die Lithium-Nachfrage wird langfristig wachsen. Schätzungen gehen im aktuellen Umfeld von einer jährlichen Steigerung um mindestens 16% p.a. aus. Für 2025 wird der Bedarf bei 775.000 Tonnen prognostiziert. Lieferengpässe dürfte es dennoch nicht geben. Zwar ist die Produktion primär auf Australien, Argentinien und Chile beschränkt. Diese Staaten zeichnen für mehr als 80% der Förderung verantwortlich. Die auf 41 Mio. Tonnen geschätzten Vorräte in Gestein und Salzseen reichen aber für mehr als 200 Jahre – selbst wenn die Expertenschätzungen stimmen, dass sich die Nachfrage vervierfachen und der Anteil der Batterien am Bedarf von 32% auf ca. 50% bis 2021 steigen wird. Lassen Sie sich also nicht von der Lithium-Hysterie anstecken. Unternehmen dürften absehbar keine Probleme haben, sich ausreichend und zu akzeptablen Preisen mit dem Metall zu versorgen. Auch Anleger sollten angesichts des aktuellen Lithium-Hypes zurückhaltend bleiben. Der Preisboom ist übertrieben. Die gigantischen Aktienkurssteigerungen einiger Lithium-Förderer von mehreren 100% werden ein Strohfeuer bleiben. Und obwohl einige Unternehmen Penny-Stocks sind, haben sie Milliardenbewertungen. Hinzu kommt, dass auch Lithium ersetzbar ist. Jüngst hat der Mit-Erfinder des Lithium-Ionen-Akkus einen Akku entwickelt, der anstelle des Metalls auf Glas setzt. Der neue Akku soll sehr schnell aufgeladen werden können, eine hohe Zyklenfestigkeit und deutlich höhere Energiedichte als bisherige Akkus haben. Die Serienproduktion soll in Kürze anlaufen.

Fazit: Die langfristig absehbare Angebots- und Nachfragestruktur spricht dagegen, dass Lithium echten Seltenheitswert bekommt.

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