Erdgas: Europa kauft 68% der US-Exporte
Der europäische Gaspreis dreht wieder nach oben. Zwar hatte sich der Gaspreis von seinem 3-Jahreshoch von Mitte März schon fast halbiert. Doch dann erwiesen sich die Hoffnungen auf eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus als trügerisch. Laut Tracking-Daten hat es wohl kein LNG-Tankschiff geschafft, die Meerenge in der kurzen Zeit zu passieren, in der die Passage geöffnet war. Der Gaspreis in Europa kletterte sofort wieder über 40 Euro je MWh.
Nun stützen sich die Hoffnungen auf dem globalen LNG-Markt einmal mehr auf die USA. In einer Analyse hat die US-Energiebehörde (EIA) detailliert die LNG-Exportperspektiven aufgezeigt. Zu den aktuellen Exportkapazitäten in Höhe von 18,3 Mrd. Kubikfuß pro Tag kommen durch die Erweiterung der Kapazitäten in den Verflüssigungsanlagen von Corpus Christi und Golden Pass in diesem Jahr nochmal 2 Mrd. Kubikfuß pro Tag. Im nächsten Jahr sollen nochmal weitere 3,7 Mrd. Kubikfuß pro Tag dazukommen.
Europa kauft 68% des US-Gasexportes
Da die Kapazitäten jedoch nicht immer voll ausgelastet sind, dürfte nach Einschätzung der EIA das amerikanische LNG-Angebot 2026 im Jahresdurchschnitt nur etwas unterproportional zunehmen. Im Jahr 2027 dürfte es dann um weitere 1,5 Mrd. Kubikfuß pro Tag wachsen.
Hauptabnehmer des US-LNG-Angebots war im vergangenen Jahr Europa, das 68% der US-Exporte aufnahm. Vor dem Hintergrund des aktuell fehlenden Angebots aus Katar in Höhe von 10 Mrd. Kubikfuß pro Tag ist die Nachfragekonkurrenz aus Asien allerdings groß. Vor allem, wenn die Straße von Hormus noch länger geschlossen bleibt, dürfte der Gaspreis in den kommenden Monaten erneut sprübar anziehen.