Europas Gasmarkt unter Druck
Die Gasölvorräte in der Region Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen schrumpfen - und das mitten im Sommer. Sie fielen in der letzten Juliwoche laut Daten von PJK International um mehr als 200.000 Tonnen auf 1,415 Mio. Tonnen. Das ist das niedrigste Niveau seit Juni 2022.
Der niedrige Speicherstand deutet auf eine sehr angespannte Versorgungslage auf dem europäischen Dieselmarkt hin. Sichtbar wird dies in der Entwicklung des Gasöl-Crack-Spreads, der in der vergangenen Woche mit 75 US-Dollar je Barrel ein Rekordniveau erreichte. Die extrem niedrigen Gasölvorräte dürften den Crack-Spread auf einen hohen Niveau verharren lassen.
Europa hat ein Gaspreis-Problem
Der europäische Gaspreis fiel nach der Einstellung der Kampfhandlungen durch die USA im Nahen Osten zwar zunächst deutlich. Das währte aber nur kurz. Schon am gleichen Tag ging es wieder kräftig nach oben. Aktuell notiert der Gaspreis bereits wieder bei 60 Euro/MWh. Das liegt weiterhin deutlich über dem Vorkriegsniveau (25 - 30 Euro/MWh).
Ein Grund für die geringen Füllsstände dürfte die erhöhte Gasnachfrage zur Stromerzeugung im Juli gewesen sein. Im vergangenen Monat wurden EU-weit knapp 2 TWh mehr Strom mit Gaskraft erzeugt als im Juni. Darüber hinaus waren die LNG-Importe vergleichsweise niedrig, da in den vergangenen Monaten viel LNG nach Asien umgeleitet wurde.
Hohe Nachfrage und niedrige Füllstände
Angesichts der niedrigen Gasspeicherfüllstände in der EU wird der Markt zunehmend nervös. Sofern die LNG-Importe weiterhin niedrig bleiben, könnte es schwierig werden, einen Füllstand von 70% der Kapazität bis Ende Oktober zu erreichen. Entsprechend dürften die Preise weiterhin hoch bleiben und weiter zulegen. Denn Europa wird weiter mit Asien um den fossilen Brennstoff konkurrieren.