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Exklusiv: Energiepreise und Politik beeinflussen Standortentscheidungen von Imerys

Imerys: Personalabbau und Werksschließungen in Deutschland

Europas größter Schleifmittel- und Feuerfestkonzern Imerys macht große Einschnitte in Deutschland. Das haben FUCHSBRIEFE exklusiv aus dem Management des Unternehmens erfahrem. Wachsende Zweifel an einer Verbesserung der ökonomischen Rahmbedingungen beschleunigen den Rückzug aus dem Standort D. Das ist ein Symptom für viele energieintensive Branchen.

Europas größter Schleifmittel- und Feuerfestkonzern Imerys S.A.wird in dieser Woche Einschnitte für die Deutschland-Zentrale in Laufenburg und für das italienische Werk in Domodossola bekanntgeben. Das haben FUCHSBRIEFE aus dem Umfeld des Unternehmens erfahren. 

Mit Ausnahme der französischen Standorte bauen die Pariser damit europaweit massiv Personal ab und schließen Werke. Mit ihrem Restrukturierungsprogramm unter dem Namen Horizon will das Unternehmen jährliche Einsparungen von mindestens 50 bis 60 Millionen Euro umsetzen (FB vom 05.03.).

Zweifel an der Politik der Bundesregierung

Der Konzern verlagert Wertschöpfung gezielt weg von Hochkostenstandorten wie Deutschland hin zu günstigeren Regionen. Entscheidender Treiber sind Energiepreise und Zweifel an der Reformfähigkeit der Politik. Deshalb drohen in einer zweiten Runde den deutschen Standorten noch tiefgreifendere Einschnitte als bislang befürchtet. Das Werk in Zschornewitz in Sachsen-Anhalt, in dem 15 bis 20 Stellen entfallen, steht trotz der bereits verkündeten Einsparungen weiter auf der Kippe. Das Werk ist vor allem wegen der deutschen Energiekosten stark unter Druck, die im Vergleich zu Frankreich mit 8,81 Euro/Cent für die Kilowattstunde bei Großkunden noch um rd. 6 Euro-Cent teurer sind. 

Im Pariser Management um CEO Jean-Alessandro Dazza bestehen erhebliche Zweifel daran, dass die deutsche Regierung nötige Weichenstellungen vornimmt. Dauerhaft sind damit die Energiepreise und Arbeitskosten für Imerys im globalen Wettbewerb am Standort D aber zu hoch. Profiteur könnte der französische Standort Beyréde in den Pyrenäen sein. Geschlossen hat Imerys im Zuge von Horizon schon das Werk im slowenischen Ruse sowie die FuE-Abteilung im österreichischen Villach.

Werk in Bahrain kann nicht ausliefern

Belastend wirkt sich inzwischen der Irankrieg auf die Geschäfte des Konzerns aus. Besonders betroffen ist das Werk in Bahrain, wo Edelkorund weiß produziert wird. Durch die Blockade der Straße vom Hormus kann das Mineral aus Aluminiumoxid nicht verschifft werden. Wegen der geopolitischen Spannungen hat Imerys kurzfristige Zuschläge für Kunden eingeführt. Zudem wird ab dem 1. April 2026 ein zusätzlicher Energiezuschlag erhoben, um Preisschwankungen bei der Verarbeitung von Industriemineralien abzufedern. 

Zukauf in den USA

Unabhängig von dem Restrukturierungsprogramm in Europa stärken die Franzosen ihr US-Geschäft als Folge der protektionistischen Zollpolitik von Präsident Donald Trump. Eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des Geschäfts von Great Lakes Minerals ist kürzlich unterschrieben worden.

Imerys ist der weltweit führende Anbieter mineralbasierter Speziallösungen für die Industrie. Der Konzern erzielte 2025 einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro mit 12.300 Mitarbeitern in 40 Ländern.

Fazit: Die energieintensive Industrie wandert inzwischen systematisch aus Deutschland ab. Wachsende Zweifel daran, dass die Regierung absehbar bessere Standortbedingungen in Deutschland schaffen wird, beschleunigen den Trend zunehmend.
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