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Kakao: Trader wechseln von Short auf Long

Kakao-Rallye voraus

Der Kakaopreis erlebt einen rasanten Anstieg. Händler wechseln gerade von der Short- auf die Long-Seite. Das hat Gründe - und Folgen.

Der Kakaopreis hat seit einigen Tagen deutlichen Rückenwind. Ende April notierte der richtungweisende Terminkontrakt auf Kakao an der New Yorker NYBOT noch bei Kursen um 3.300 US-Dollar je Tonne. Inzwischen müssen für eine Tonne Kakao bereits 4.465 US-Dollar auf den Tisch gelegt werden. Damit hat sich der Schokoladengrundstoff binnen einer Handelswoche um satte 35% verteuert. 

Trader wechseln von Short auf Long

Der dynamische Preisanstieg wird von mehreren Seite getragen. Laut Analysen der Bridgeton Research Group trugen einerseits Rohstoffhändler, die Algorithmen nutzen, zum Preisansteig bei. Sie haben bestehende Short-Positionen in Kakaofutures eingedeckt. Händler, die zuvor extrem hohe Short-Positionen eingegangen waren, sind nun erstmals seit Juni wieder auf die Longseite gewechselt. 

Zum anderen deuten vorläufige Erhebungen für die Erntesaison 2026/27 auf eine unterdurchschnittliche Bildung sogenannter „Cherelles“ (junge Fruchtansätze) an den Kakaobäumen hin. Dies lasse auf einen schwachen Start der Haupternte schließen, die typischerweise im Oktober beginnt. Das kommentiert Andrew Moriarty, Senior Cocoa Manager des Agrar-Analysehauses Expana. Cherelles sind junge Schoten, die sich aus den Blüten entwickeln und innerhalb von fünf bis sechs Monaten heranreifen. 

Schwache Ernte voraus?

Diese Ernte-Aussichten werden zudem durch das Risiko eines starken El Nino getrübt. Der könnte in wichtigen Erzeugerländern wie Ecuador und Indonesien zu heißeren und trockeneren klimatischen Bedingungen führen. Das Analysehaus StoneX hat in der vergangenen Woche seine Prognose für den weltweiten Kakaoüberschuss auf 149.000 t gesenkt und dies mit den Auswirkungen von El Nino begründet.

Mit dem Sprung über die 3.700-Dollar-Marke hat Kakao einen wichtigen technischen Widerstand geknackt und eine mehrwöchige Bodenbildungsphase abgeschlossen.

Fazit: Der Kakaomarkt engt sich ein. Technische Faktoren und ungünstige Wettereinflüsse treiben die Preise. Mit einem ungehebelten Kakao-ETC (Beispiel ISIN: JE 00B 2QX ZK1 0) können Anleger von steigenden Kakaopreisen profitieren.
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