Öl: Panik-Prämie wird abgebaut
Der Iran-Deal beflügelt die Finanzmärkte, doch die Euphorie ist übertrieben. Während der Ölpreis nachlässt, wird lediglich die zuvor eingepreiste Panik-Prämie reduziert. Die Fundamentaldaten des Öl- und Gasmarkts bleiben angespannt.
Der Iran-Deal beflügelt die Finanzmärkte, wird aber überschätzt. Positiv: Der Ölpreis ist inzwischen wieder massiv gefallen. Hier wird aber nur die zuvor eingepreiste Angst-Prämie wieder abgebaut. Solche Prämien oder Abschläge sind in der Regel von kurzfristiger Natur.
Öl: Panik-Prämie wird abgebaut
Fundamental wird die Lage auf dem Öl- und Gasmarkt weiter angespannt bleiben. Nach der Öffnung der Straße von Hormus wird es einige Zeit dauern, bis sich der Tanker-Stau aufgelöst hat und die Versorgungsketten wieder ineinander greifen. Abzuwarten bleibt zudem, ob sich die Lieferbeziehungen global neu formieren.
Kommt wieder mehr Öl auf den Markt, dürfte ein Teil davon in die leer laufenden Lager fließen. Das Öl wird also nicht der Produktion oder dem Verbrauch zur Verfügung stehen, sondern dem Markt entzogen. Auf die fallenden Lagerbestände hatten wir hier bereits hingewiesen. Die Commerzbank geht davon aus, dass sich der Abbau der Lagerbestände sogar noch bis zum Jahresende fortsetzen wird. Auch das Hochfahren der Produktion wird längere Zeit dauern, da Reparaturen an zerstörten Anlagen langwierig sind und viele Länder ein Interesse an einem hohen Ölpreis haben.
Fazit: Der fallende Ölpreis ist eine "Wohltat" für Unternehmen und Verbraucher. Das bremst die Inflationseffekte ein Stück aus, wird mittelfristig auch die Konjunktur stützten. Hoffnungen, dass der Ölpreis weiter deutlich sinkt, sind aber zu optimistisch.