Ölpreis bewegt den Gold-Markt
Seit Beginn des Iran-Krieges ist der Ölpreis der entscheidende Faktor für die Goldpreisentwicklung. Dabei gilt folgender Zusammenhang: Ein steigender Ölpreis bedeutet höhere Inflationsrisiken, ergo steigt die Gefahr einer restriktiveren Geldpolitik. Drohende höhere Opportunitätskosten der Goldhaltung belasten den Goldpreis wiederum.
Dieses „Handelsmuster des inversen Verbundes“ zeigte sich stark in den vergangenen Handelstagen. Die robuste Auftragslage in der US-Industrie sowie der steigende Ölpreis schürten zu Wochenbeginn Zinsängste und drückten am Montag noch auf den Goldpreis. Die Signale eines baldigen Endes des Iran-Krieges und fallende Ölpreise im Wochenverlauf hoben den Goldpreis dann wieder an.
China kauft die Hälfte allen Goldes
Auffällig ist auch: Das historisch hohe Preisniveau bei Gold bremst aktuell die Schmucknachfrage in Asien. Die Nachfrage nach Barren und Münzen – also Anlagegold – in der Region ist dagegen nach wie vor hoch. Dabei kommt vor allem China eine besondere Rolle zu. Die Volksrepublik fragte laut Daten des World Gold Council (WGC) im ersten Quartal knapp 67% mehr Barren und Münzen nach als im Vorjahr. Das Land stand damit für knapp 45% der gesamten weltweiten Nachfrage nach Barren und Münzen.
Die hohe und ungebrochene Nachfrage abseits der Schmuckindustrie könnte nun ein Grund dafür sein, warum China seine Importregeln zum 1. Juni erleichtern will. Die Peoples Bank of China hat einen Entwurf veröffentlicht, in dem Importgenehmigungen für verschiedene Anwendungsbereiche gleichzeitig eingeräumt werden sollen und die Gültigkeitsdauer von sechs auf neun Monate verlängert werden sollen. Darüber hinaus sollen mehr chinesische Häfen zur Abfertigung von Goldbarren berechtigt werden.