Palladium-Preis unter Druck
Der russische Bergbau-Riese Nornickel (MMC Norilsk Nickel) versucht mittels der Erschließung neuer Produktmärkte die sich abschwächende Nachfrage aus der Automobilindustrie zu kompensieren. Das Unternehmen zählt zu den weltweit wichtigsten Palladium-Produzenten und die Nachfrage der Automobilindustrie macht bislang mehr als 80% der gesamten Palladiumnachfrage aus.
Nornickel hat Patente angemeldet, die bis 2030 – 2035 eine zusätzliche Nachfrage in Höhe von 1,7 Mio. Feinunzen schaffen sollen. Das wäre mehr als die gesamte Industrienachfrage aktuell. Treiber soll die Glasfaserproduktion in China sein. Diese könnte auf mittlere Sicht eine jährliche Nachfrage von 800.000 Unzen generieren.
Verschiebungen auf dem Palladium-Markt
Ohne neue Nachfragebereiche drohen dem Palladiummarkt weiterhin strukturelle Angebotsüberschüsse. Denn die Nachfrage aus der Automobilindustrie wird in den kommenden Jahren strukturell zurückgehen. Parallel dazu wächst das Recyclingangebot in der Branche.
Der World Platinum Investment Council (WPIC) erwartet aus diesem Grund in diesem Jahr Angebotsüberschüsse bei Palladium. Nornickel berichtet zudem von einem Rückgang der Palladiumproduktion im ersten Quartal um 18% gegenüber dem Vorjahr auf 608.000 Unzen. Das Unternehmen begründet dies mit dem hohen Vergleichsniveau im Vorjahr und einer Verschiebung von Produktionsmengen zwischen den Quartalen.
Russland kann den Palladium-Preis bewegen
Die Produktionsprognose von Nornickel für das Gesamtjahr wurde dagegen bei 2,415 – 2,465 k Unzen bestätigt. Russland ist mit einer Jahresproduktion von mehr als 2,7 Mio. Unzen und einem Anteil von gut 40% der größte Palladiumminenproduzent. Das Edelmetall fällt dabei als Nebenprodukt der Nickelproduktion an.