Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
330
Umsatzrückgänge drohen

Stadtwerke: Hoher Veränderungsdruck

Stadtwerke müssen sich auf weiter sinkenden Umsätze einstellen. Neue Geschäftsfelder gleichen den Umsatzausfall der alten nicht aus.
Den kommunalen Energieversorgern steht eine Marktbereinigung bevor. Denn viele Stadtwerke arbeiten unrentabel, der Markt weist sehr große Überkapazitäten auf. Das Geschäftsmodell der kommunalen Energieversorger steht enorm unter Druck. Die traditionellen Geschäfte (Strom- und Gasvertrieb) gehen kontinuierlich zurück. Die Stadtwerke müssen weiter mit Umsatzrückgängen rechnen. Dafür gibt es mehrere Ursachen. Zum einen leiden die Stadtwerke unter der zunehmenden Wechselbereitschaft der Verbraucher. Diese suchen immer öfter das günstigste Angebot – und wechseln. Die Stadtwerke gehören aber häufig zu den eher teuren Anbietern. Außerdem sinkt die Nachfrage durch die Eigenerzeugung der Verbraucher mit Solaranlagen (Photovoltaik und Wärme). Die Ausweichstrategien auf andere Märkte werden nicht zum Erfolg führen. Energiedienstleistungen, Telekommunikation und Erneuerbare Energien sind die Geschäftsfelder, die sich die Stadtwerke neu zu erschließen versuchen. Sie sind aber zu kleinteilig, oft auch bereits hart umkämpft und margenschwach. Darum wird es den Stadtwerken nicht gelingen, die Umsatzausfälle im Kerngeschäft mit diesen neuen Geschäftsfeldern auszugleichen. Die kommunalen Unternehmen sehen das nicht als Problem. Sie verweisen auf die gute Finanzierungslage. Derzeit kommen Stadtwerke einfach an Kredit, so die Argumentation. Auch die Pleite der Stadtwerke Gera 2014 habe keine negativen Auswirkungen gehabt. Außerdem sind die Städte als Haupteigentümer der Stadtwerke derzeit bereit, auf Ausschüttungen zu verzichten, weil die Steuereinnahmen sprudeln. Dass Kämmerer auf Einnahmen verzichten, ist ein Alarmsignal. Es zeigt: Einige Stadtwerke können sich derzeit nur noch wegen der guten Kassenlage in den Kommunen über Wasser halten. Wäre der Markt nicht politisch verzerrt, hätten einige kommunale Energieversorger ernsthafte Existenzprobleme. Der Markt zeigt, dass es zu viele und oft zu kleine kommunale Energieversorger gibt. Diese werden sich nicht ewig auf die gute Kassenlage der Kommunen und die Freigebigkeit der Banken verlassen können. Dreht der wirtschaftliche Wind, werden die Probleme im Kerngeschäft der Stadtwerke voll durchschlagen.

Fazit: Den kommunalen Energieversorgern steht eine Marktbereinigung bevor. Dabei wird es Pleiten und Fusionen geben.

Meist gelesene Artikel
  • Ausblick 2018

Es läuft (zu) rund

Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er auf's Eis. Diese Gefahr besteht derzeit wieder. Es läuft rund in der Weltwirtschaft und die Unternehmen haben mächtig Rückenwind bei Zinsen und immer noch auf der Währungsseite. In solchen Zeiten werden die größten Fehler gemacht.
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

Raiffeisen Privatbank kommt oft ohne Begründungen aus

Mit insgesamt 74,9 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Raiffeisen Privatbank Liechtenstein AG ein Gut und Platz 16 in der Gesamtwertung.
Die Raiffeisen Privatbank in Liechtenstein sendet uns ein präzises Protokoll mit den Inhalten des Gesprächs während unseres Besuchs, danach einen Strategievorschlag mit einem Anlagevorschlag für das neue Portfolio. Dabei bleiben jedoch einige Fragen offen;  in einem Aspekt arbeitet das Haus dann aber wieder vorbildlich. 
  • Aktien

Neue Hochs voraus

Die US-Notenbank wird 2018 ihre Zinsen wohl anheben und die Anleihenkäufe reduzieren. Das wird nicht spurlos an den Aktienmärkten vorbeigehen.
2018 beginnt vielversprechend. Der Dow wird von den Auswirkungen der Steuerreform getrieben, der DAX fährt in seinem Windschatten. Die Rally des Vorjahres wird fortgesetzt. Im Verlauf des Jahres dürfte es jedoch turbulenter zugehen.
Neueste Artikel
  • Die Baisse ist beendet

Die Industriemetalle erholen sich

Seit Juni 2017 ziehen die Preise für Rohstoffe wieder an. Nachfrage und Spekulation erzeugen einen neuen Aufwärtstrend.
  • Mächtige Überraschung

China hält den Kurs

Das Datenpaket aus Peking lieferte letzte Woche Zahlen und Daten über Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Eine Zahl fällt dabei jedoch aus dem Rahmen.
Zum Seitenanfang